Geplante Fusion von drei Bad Hersfelder Stadtteil-Feuerwehren sorgt für Verdruss

Kohlhausen will nicht

Bad Hersfeld. Mit der Freigabe der Planungskosten hat der Haupt- und Finanzausschuss der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung jetzt den beabsichtigten Bau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Stadtteile Asbach, Beiershausen und Kohlhausen in die Wege geleitet. Doch die Wehr in Kohlhausen lehnt die Fusion mit den Nachbarn rundweg ab.

Wehrführer Markus Zenker stützt sich dabei auf ein nahezu einmütiges Votum seiner Aktiven, von denen nur einer den Umzug nach Asbach befürwortete. Hintergrund der Kohlhäuser Ablehnung ist vor allem der drohende Identitätsverlust. „Wir haben keine Nachwuchssorgen und in der Jugendarbeit viel geleistet. Das wäre dann alles für die Katz’ gewesen,“ erklärte Zenker gestern gegenüber unserer Zeitung. Auch um das Vereinsleben im Dorf, wo es neben der Feuerwehr nur noch den Gesangverein gibt, sorgt sich der Wehrführer und betont: „Wir machen da nicht mit!“

Handlungsbedarf

Anlass für die Fusions-Überlegungen war für die Stadt Bad Hersfeld der schlechte Zustand aller drei Gerätehauser. Eine Untersuchung durch den Technischen Prüfdienst hat den Handlungsbedarf deutlich gemacht.

„Alle drei Standorte sind demnach nicht mehr zulässig“, erläuterte Bürgermeister Thomas Fehling im Ausschuss. Den Kohlhäuser Wehrführer überrascht das nicht, sei doch in das in den 50er Jahren errichtete Gerätehaus nie investiert worden. Einen beantragten Anbau habe der Architekt zu teuer gerechnet, sodass das Bauvorhaben nie verwirklicht wurde, sagt Zenker, der sich und die Seinen von der Stadt vernachlässigt sieht.

Bürgermeister Fehling machte hingegen deutlich, dass es nach der Fertigstellung des Neubaus in Asbach „keinen Sinn macht, in Kohlhausen ein eigenes Gerätehaus vorzuhalten und Geld zu investieren.“ Fehling gab jedoch auch zu bedenken, dass den Einsatzabteilungen der Wehren ein Zusammenschluss nicht vorgeschrieben werden könne.

Stadtbrandinspektorin Nadine Reinhardt glaubt, dass sich der Konflikt noch auflösen wird. „Wenn der Neubau steht, dann wollen auch die Kohlhäuser rein“, ist sie überzeugt und fügt hinzu: „Das braucht einfach Zeit.“

Erst in fünf Jahren

Die haben alle Beteiligten auch: Noch ist nicht einmal der Standort für das gemeinsame Gerätehaus festgelegt, vier denkbare Plätze kommen in Frage. Auch wird es von jetzt an und mit dem Antrag auf eine Förderung des Landes nach Einschätzung von Bauamtsleiter Johannes van Horrick noch etwa fünf Jahre dauern, bis der Neubau steht. Geplant wird er jedenfalls so, dass dort auch die Kohlhäuser Platz haben.

Von Karl Schönholtz

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