Festkommers zur 650-Jahrfeier informierte über Geschichte und Dorfleben

Kohlhäuser können feiern

Der Männergesangverein Kohlhausen unter der Leitung von Horst Diebel sorgte nicht nur für den musikalischen Rahmen des Festkommerses, sondern gestaltete auch die Feier am nächsten Tag mit.

Kohlhausen. Was haben die Insel Sylt und Kohlhausen gemeinsam? Diese Frage können die Besucher der Festveranstaltung zur 650-Jahrfeier in Kohhausen jetzt problemlos beantworten. Beide gehen auf das Jahr 1362 zurück. Damals entstanden nach einer großen Sturmflut mehrere Inseln vor der Nordseeküste, unter anderem auch Sylt. Und in diesem Jahr wurde Collhusen erstmals erwähnt. In einer Urkunde regelte der Hersfelder Abt einen Erbstreit und teilte Besitztümer in eben diesem Dorf Collhusen genau auf.

Über die Geschichte des Dorfes berichtete Stadthistoriker Johannes van Horrick, der seit vielen Jahren selbst in Kohlhausen wohnt. Er machte deutlich, dass Kohlhausen vermutlich schon viel älter ist – Asbach auf der anderen Fuldaseite wurde zum Beispiel im Jahr 1073 erstmals erwähnt. Da die Urkunde jedoch der älteste bekannte Beleg für die Existenz Kohlhausens sei, werde eben dieses Datum, der 5. Dezember 1362, angenommen und gefeiert.

Feiern können die Kohlhäuser, das sagt man ihnen nach. Davon hat auch der neue Pfarrer Simon Leinweber bereits gehört.

Und damit an diesem Abend auch noch genug Zeit zum Feiern blieb, hielt van Horrick seinen Vortrag auf Bitten von Ortsvorsteher Manfred Gieb auch bewusst kurz.

In Kohlhausen, so stellte Gieb fest, gebe es noch, was viele Menschen suchten: Zusammenhalt, Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe. Gemeinsam hätten die Kohlhäuser beschlossen, in welcher Form sie ihr Dorfjubiläum feiern wollten, und sich dabei vor allem von einer realistischen Einschätzung des Machbaren leiten lassen. Gieb freute sich besonders, dass nicht nur die Kohlhäuser Vereine sofort zur Mitarbeit bereit gewesen seien, sondern auch die aus der Nachbarschaft.

An das Gebot der Kürze hielten sich auch die Gäste mit ihren Grußworten. Bürgermeister Thomas Fehling freute sich über das Lob des Ortsvorstehers bezüglich der guten Zusammenarbeit mit den städtischen Mitarbeitern und über die Bereitschaft der Kohlhäuser, jederzeit mit anzupacken.

Das Zusammenleben im Dorf habe sich geändert, stellte Kreisbeigeordneter Reiner Emmerich fest. Da sei es gut, bei den Vorbereitungen für ein großes Fest wieder zusammenzurücken.

Die gute Nachbarschaft wurde von den Ortsvorsteherinnen Gabriele Jordan aus Asbach und Gisela Groß von der Eichhofsiedlung beschworen.

Von Christine Zacharias

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