Neue Ausstellung zur Geschichte der Korbflechterei wird im Kapitelsaal gezeigt

Körbe, Hüte und Stühle

Die Vielfalt der Korbflechterei: Kunsthistorikerin Leni Donceva und Vorsitzender des Förderkreises Museum, Bertold Schmidt, präsentieren Exponate der Sonderausstellung im Bad Hersfelder Museum. Foto: Rössing

Bad Hersfeld. Die Sonderausstellung „Die Korbflechterei“ wird am Samstag, 29. November, im Kapitelsaal des Bad Hersfelder Museums eröffnet. Es wird eine Vielfalt von Produkten gezeigt, die früher in geflochtener Form in fast allen Lebensbereichen zum Einsatz kamen.

„Wir stellen Brotkörbe, geflochtene Reisekoffer, Stuhlgeflecht, alte Tennisschläger, den ganz seltenen „Schwälmer Tassenkorb“ und sogar einen Korb-Kinderwagen aus den 1950er Jahren aus“, berichtet Organisator Bertold Schmidt von der Museumsscheune Kirchheim und Vorsitzender des Förderkreises Museum Bad Hersfeld. Das Hauptaugenmerk der Ausstellung wird aber auf den sogenannten „Kötzen“ liegen. Dabei handelt es sich um Rückentragekörbe, die in der Region rund um Bad Hersfeld eine runde Form hatten. Weil sie aufgrund dessen nicht aufgestellt werden konnten, nannte man sie auch „Umfallkötzen“.

Sammlung aus 60 Jahren

„Das Prunkstück der Ausstellung ist ein Nürnberger Eierkorb von 1894, der besonders schön geflochten und mit Leder verziert ist“, erklärt Bertold Schmidt.

In 60 Jahren gesammelt

Alle Exponate stammen aus dem Fundus der Kirchheimer Museumsscheune, und wurden von Schmidt in 60 Jahren gesammelt. Die meisten Stücke sind europäischer Abstammung. Schmidt organisiert die Ausstellung gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Leni Donceva. Diese wird bei der Eröffnung, die am Samstag um 15 Uhr beginnt, einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Flechtens geben. Anschließend geht Bertold Schmidt auf die Schwerpunkte der Ausstellung und einzelne Exponate ein. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Helgo Hahn am Klavier und dem Saxophonisten Andreas Winter.

Korbflechten vor Ort

Die Ausstellung kann den ganzen Dezember über täglich, außer montags, besucht werden. Der Eintritt beträgt für Erwachsene zwei Euro, Gruppen ab zehn Personen bezahlen einen Euro, Kinder sind frei. Weiterhin findet am Mittwoch, 17. Dezember, ein Aktionstag statt. Hier demonstrieren ein Korb- und ein Stuhlflechter ihr Können und Filme zum Thema werden gezeigt. Die Bad Hersfelder Musikmäuse treten unter der Leitung von Sebastian Bethge auf, außerdem wird es ein Kinderprogramm geben, bei dem die Kinder mit den ausgestellten Korbflechtmaterialien, wie Stroh, Saalweiden oder Binsen selbst experimentieren dürfen.

Auf Wunsch können auch kostenlose Führungen durch die Ausstellung gebucht werden.

Kontakt: Museum Bad Hersfeld, Telefon: 0 66 21 /7 57 74.

Von Sarah Rössing

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