Zu geringe Resonanz: Das englische Theater in der Stadthalle wird wohl gekippt

Königsmord vor leeren Stühlen

Am Ziel seiner Wünsche: Nach dem Mord an Duncan darf der von seiner Frau getriebene Macbeth (Martin Christopher, links) selbst die Königskrone tragen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Das war’s dann wohl für die Gastspiele des TNT Theatre, das im Abstand von ein, zwei Jahren Shakespeare-Dramen im englischen Original auf die Bühne der Bad Hersfelder Stadthalle brachte. Denn nur ein Drittel der Plätze war besetzt, als gestern Macbeth den Königsmörder spielte und in knapp zweieinhalb Stunden vom Wahnsinn und MacDuff zur Rechenschaft gezogen wurde.

20 Schulen von Rotenburg bis Hünfeld und von Eisenach bis Wetzlar habe er im Vorfeld der Aufführung angeschrieben, erklärte Reinhold Schott, der bei der Stadt Bad Hersfeld für die Ganzjahreskultur und damit auch für die Theaterveranstaltungen in der Stadthalle zuständig ist.

Die Resonanz war freilich ernüchternd: Die Hersfelder von der Modellschule Obersberg waren gekommen, aber keine Rotenburger, keine Bebraer und von weiter her erst recht niemand. Und das, obwohl man erstmals auf den Vormittag ausgewichen war, um Schulen und Schülern entgegen zu kommen.

„Das wird dann wohl gekippt,“ zeigte sich Reinhold Schott pessimistisch, was weitere TNT-Gastspiele im Programm der ohnehin defizitären städtischen Theaterveranstaltungen angeht.

Das wäre höchst bedauerlich, denn mit „Macbeth“ wussten die Briten einmal mehr auf ganzer Linie zu überzeugen – mit einer schlüssigen Inszenierung und ausgezeichneten Darstellern.

Von Karl Schönholtz

Kommentare