Polizei: Chemische Substanzen werden heimlich verabreicht

K.O.-Tropfen sind Gefahr für Jugendliche

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Symbolbild

Hersfeld-Rotenburg. Berichte über den Einsatz von K.O.-Tropfen nehmen bundesweit zu. Die Substanzen werden den Opfern heimlich in Getränke gemischt, um sie vorübergehend hilflos zu machen. Erst vor wenigen Tagen berichteten Rettungsdienste auf einem Volksfest in Worms von mutmaßlich neun Einsätzen, die auf die Tropfen zurückgingen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind bislang nur wenige Fälle bekannt, die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen.

„Das Problem ist die Nachweisbarkeit von K.O.-Tropfen“, sagt Kriminalhauptkommissar Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizei. Nur wenige Stunden sind die Substanzen in Urin- und Blutproben nachweisbar. Die Proben müssen in Speziallabors untersucht werden.

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Wenn junge Menschen nach einer Feier mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie nicht ansprechbar sind, ist die Ursache oft nicht sofort erkennbar. Die Betroffenen werden medizinisch untersucht, behandelt und überwacht. Im Kreiskrankenhaus Rotenburg werden Schnelltests auf Alkohol und bestimmte Drogen vorgenommen, berichtet der ärztliche Direktor, Dr. Reiner Sitzler. Nur bei einem begründeten Verdacht, zum Beispiel durch Zeugenhinweise, würden die Proben weitergeleitet. Für die Behandlung des Patienten sei diese Labor-Untersuchung nicht relevant.

Ähnlich reagieren die Ärzte im Klinikum Bad Hersfeld. Dr. Reinhard Funk, Chefarzt der Kardiologie und Leiter der Intensivstation, weist ebenfalls auf den gängigen Schnelltest hin, sagt aber, man könne durchaus darüber nachdenken, auch die Substanzen der K.O.-Tropfen mit in den routinemäßigen Test aufzunehmen. „Vielleicht ist unsere Wachsamkeit in diesem Bereich noch nicht ausreichend“, erklärt Dr. Funk. In der Regel überwiegen am Wochenende die alkoholbedingten Notfälle, ist seine Beobachtung. Hintergrund, Zum Tage

Polizeitipps, Seite 2

Von Silke Schäfer-Marg

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