Immer mehr Dicke: Krankenhäuser brauchen Spezialmobiliar

Kliniken stellen sich auf Übergewichtige ein

Dr. Gerd Oehler

Hersfeld-Rotenburg. Die Gesundheitsbranche bekommt es immer häufiger mit stark übergewichtigen Patienten zu tun. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2009 mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland übergewichtig.

Dem schwerwiegenden Problem müssen sich Krankenhäuser und Rehakliniken nicht nur aus medizinischer Sicht einstellen. Denn für die Übergewichtigen sind oftmals Stühle zu klein, Betten zu schmal, Türöffnungen zu eng.

Darauf reagiert hat bereits die Bad Hersfelder Vitalisklinik, die die medizinische Nachsorge für adipositöse Patienten übernimmt. Mehr als ein Dutzend Zimmer sind eigens für diese Patienten eingerichtet, sagt Chefarzt Dr. Gerd Oehler. Und das kostet: „Ein normaler Stuhl mag vielleicht 150 Euro kosten, ein besonders breiter leicht das doppelte“, rechnet Oehler vor. Auch gibt es beispielsweise zu den Bädern keine Türen, sondern Vorhänge. Oehler: „Im Ernstfall muss das Personal dem Patienten ja schnell helfen können.“ Insgesamt glaubt er, dass die Einrichtung eines Krankenzimmers nach den Bedürfnissen dieser Patientengruppe Mehrkosten von 300 bis 400 Euro verursacht.

Auch Sassan Pur, Verwaltungsleiter des Rotenburger Kreiskrankenhauses, sagt: „Da wir in allen Abteilungen adipositöse Patienten behandeln, sind wir inzwischen gerätetechnisch darauf eingestellt.“ Die Behandlung erfordere eine umfangreiche Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter und ein spezielles Konzept. Seit Anfang 2012 gibt es für adipositöse Patienten eine Selbsthilfegruppe, sagt Pur.

Von Rainer Henkel

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