Kreiskrankenhaus Alsfeld: Neue Zahlen belasten Fusionspläne mit Klinikum Hersfeld

Klinik-Sanierung wird teurer

VOGELSBERGKREIS. Neue Untersuchungen, neue erschreckende Zahlen: Eine Sanierung oder ein Neubau des Alsfelder Kreiskrankenhauses kommen wesentlich teurer, als ursprünglich angenommen. Wie berichtet, soll das Krankenhaus mit dem Klinikum Bad Hersfeld fusionieren – allerdings nur, wenn zuvor der Sanierungsstau in Alsfeld behoben wird.

Der Berliner Architekt Michael Keitel hat jetzt errechnet, dass eine Generalsanierung mit einem ergänzenden Teil-Neubau rund 33,7 Millionen Euro kosten würde, die Kosten für einen 160-Betten-Neubau bezifferte er auf 40,6 Millionen. Zum Vergleich: Erste Schätzungen der Beratungsgesellschaft Andree Consult gingen von 21 Millionen für eine Sanierung aus, ein Neubau wäre gerade einmal sieben Millionen teurer gekommen.

Mittlerweile aber hat eine Berliner Planungsgesellschaft das 30 Jahre alte Krankenhaus in Alsfeld genau unter die Lupe genommen und danach die Kosten von 33,7 beziehungsweise 40,6 Millionen errechnet. Dieses Ergebnis stellte Keitel jetzt dem Vogelsberger Hauptausschuss vor.

Gleichzeitig wies der Experte auf die Schwachstellen des Kreiskrankenhauses hin, nannte da vor allem den OP-Bereich, die Notaufnahme, die Intensivstation, aber auch die Patientenzimmer ohne eigenes Bad. Eine grundlegende Sanierung des Hauses würde etwa fünf bis sechs Jahre dauern. Problem: Die Bauarbeiten müssten während des laufenden Krankenhausbetriebes verrichtet werden. Nach Fertigstellung könnten jährlich rund 425000 Euro an Betriebs- und Personalkosten eingespart werden.

Entscheidung in Wiesbaden

Für Keitel und auch für Landrat Manfred Görig eine denkbare Variante ist ein Neubau eines 160-Betten-Hauses, das – bedingt durch eine bessere Auslastung – nicht nur wirtschaftlicher arbeiten könne, vor allem interessant sei die Einsparung bei den Betriebskosten von knapp einer Million im Jahr. Ob nun Sanierung oder Neubau – „letztendlich wird diese Entscheidung in Wiesbaden getroffen“, sagte Görig im Ausschuss. Alles hängt davon ab, für welche Variante das Land Zuschüsse gibt. Denn „ohne Landesförderung geht es nicht“, machte der Landrat deutlich.

Und die gibt es nur bei einer Zusammenarbeit mit dem Klinikum Bad Hersfeld. „Ohne Fusion gibt es keine Landesförderung“, machte Görig deutlich, der sich wünscht, „dass wir gemeinsam mit Hersfeld nach Wiesbaden fahren, um zu erfahren, wie viel wir bekommen“. Dabei sollten beide Varianten – also Sanierung und Neubau – vorgestellt werden. Görig hofft darauf noch in die Landesförderung 2015 zu kommen.

Von Sabine Galle-Schäfer

Kommentare