Renovierung der ausgebrannten Total-Tankstelle in der Carl-Benz-Straße im Plan

Die Klingspons machen weiter

Bald wieder hinter dem Zaun bei der Arbeit: Erwin und Irina Klingspon werden die Total-Tankstelle in der Carl-Benz-Straße in wenigen Wochen wieder eröffnen. Das Bild rechts zeigt das Flammen-Inferno am 2. Juli. Foto: Schönholtz, Archiv

Bad Hersfeld. Noch vier Wochen, wenn alles reibungslos läuft, oder ein bisschen länger, wenn es Probleme gibt: Aber spätestens dann wird die Total-Tankstelle in der Carl-Benz-Straße in Bad Hersfeld wieder eröffnet.

Rückblende: Am 2. Juli gegen 21.30 Uhr war ein Wohnmobil beim Tanken in Brand geraten. Ursache war ein technischer Defekt im Fahrzeug. Die Flammen griffen rasch auf die Dach- und Fassaden-Konstruktion der Tankstelle über – ein Inferno, das von mehr als 50 Feuerwehrleuten bekämpft werden musste. Zurück blieben ein Millionenschaden und Menschen, die von einem Moment auf den anderen ihren Broterwerb verloren hatte.

„Glücklicherweise ist nicht mehr passiert“, sagt Irina Klingspon, die mit ihrem Mann Erwin die Tankstelle betreibt. Denn weil im Moment der Katastrophe zufälligerweise an den anderen Zapfsäulen gerade nicht getankt wurde, gab es keine weiteren Explosionen. Verletzt wurde auch niemand.

Mit dem Blick zurück halten sich die Klingspons freilich nicht mehr auf. In den vergangenen Wochen wurden die Schäden im Innern des Gebäudes behoben und die angegriffene Konstruktion der Tanksäulen-Überdachung erneuert. Zwar ist der Fortschritt von außen noch kaum erkennbar, doch ein Großteil der Arbeiten ist bereits erledigt.

Optisch wird die „neue“ Total-Tankstelle der alten nicht mehr gleichen: die Fassade erhält ein völlig neues Design. Auch einige Schäden, die nicht durch den Brand verursacht wurden, werden beseitigt. Wenn Klingspons Total-Tankstelle dann wieder in Betrieb genommen wird, dann werden die Kunden vom selben Personal bedient wie vorher. Die Pächter haben ihr Team nämlich auch während der Zeit der Schließung weiter bezahlt.

„Die können ja nichts dafür“, sagt Irina Klingspon, „und ihre Miete müssen sie trotzdem bezahlen.“ Leicht ist das für sie und ihren Mann auch nicht, denn die Regulierung des Schadens ist noch nicht geklärt. „Die Versicherungen streiten noch“, sagt Erwin Klingspon.

Auch dass man in der Gerüchteküche wissen wollte, die ausgebrannte Tankstelle werde wohl nie wieder öffnen, war nicht hilfreich. Anderseits haben die Klingspons von vielen Kunden Zuspruch erhalten.

Und jetzt zeichnet sich ja ein Ende der schweren Zeit ab. „Wir schauen nur noch nach vorne“, ist Irina Klingspon wieder ganz zuversichtlich.

Von Karl Schönholtz

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