Künftig sollen mehr Douglasien in Waldhessen wachsen

Der Klimawandel sägt an den Fichten

Hersfeld-Rotenburg. Besonders an kritischen Standorten an Berghängen sollen künftig statt Fichten mehr Douglasien wachsen. Diese Nadelbäume sind weniger anfällig gegenüber den Veränderungen durch den Klimawandel. Das erklärten Dr. Hans-Georg Führer vom Forstamt Rotenburg und sein Kollege Jens Müller aus Bad Hersfeld.

Der Anteil der Douglasien in Hessen soll danach von jetzt drei auf zehn Prozent bis zum Jahr 2050 steigen. Das bedeute aber nicht, dass alle Fichten ausgetauscht werden. Es werde nur ihr Anteil gesenkt, ebenso der Anteil von Kiefer und Lärche. Das Verhältnis von Laub- und Nadelwald mit 57 zu 43 Prozent solle bestehen bleiben, sagte Führer.

Im Hersfelder Raum, wo man einen relativ hohen Kiefernanteil hat, will man nach Angaben von Jens Müller deren Anteil halten und den von Douglasien erhöhen. „Wir pflanzen keine neuen Fichten und fördern sie nicht besonders“, erklärte Müller. Vor allem trockene Sonnenhänge seien Risikogebiete für die Fichte, die relativ viel Wasser benötigt.

Laut der Servicestelle für Forsteinrichtung und Naturschutz in Gießen gibt es im gesamten Kreis Hersfeld-Rotenburg große Anteile von Waldböden, die das Wasser nicht gut halten können und deshalb ungünstig für die Fichten sind. Douglasien vertragen Trockenheit besser und sind auch weniger anfällig für Schädlinge. Sie wachsen schneller und haben ein dauerhaftes stabiles Holz mit rotem Kern. Allerdings ist die Fichte nach den Worten Führers leichter zu verarbeiten.

Schon seit über 30 Jahren verschiebt sich das Verhältnis von Nadel- zu Laubwald zugunsten des Letzteren. Mit der Umstellung auf naturgemäßen Waldbau habe sich die Buche immer mehr durchgesetzt, sagte Jens Müller. Jetzt wolle man den Anteil an Nadelholz sichern. Denn Fichten und Douglasien verkaufen sich am besten. ZUM TAGE / SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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