Energie und Sicherheit: Bad Hersfeld initiiert Überwachungsprogramm städtischer Immobilien

Ein Klick – alles im Blick

Frank Effenberger

Bad Hersfeld. Der Idealfall sieht so aus: Auf einem elektronischen Übersichtsplan sämtlicher städtischer Gebäude leuchten überall grüne Punkte – alles in Ordnung. Falls jedoch im Rathaus nächtens ein Fenster offen steht und in der Stadthalle wegen eines Rohrbruchs der Wasserverbrauch in die Höhe schnellt, wechselt die Anzeige auf Rot, und ein Meldesystem informiert einen städtischen Mitarbeiter.

Schnell handeln

„Wir wollen den kompletten Status unserer wichtigsten Immobilien im Blick haben, um im Bedarfsfall schnell handeln zu können,“ sagt Bürgermeister Thomas Fehling und gibt damit die Zielsetzung des neuen Projekts „Gebäudeleittechnik“ vor.

Dabei geht es um Energieeffizienz, also um die Überwachung aktueller Verbrauchsdaten, es geht um Sicherheit und Brandschutz. All dies in einem gemeinsamen System zu verbinden, das soll die neue Technik leisten.

Mit einem sogenannten Lastenheft, in dem die Ansprüche und Erwartungen an ein solches System genau beschrieben sind, wendet sich die Stadt jetzt an Entwicklungsfirmen und Hersteller in der Region. Denn bei ihren bisherigen Anfragen haben Fehling und Projektleiter Frank Effenberger die Erfahrung gemacht, dass die meisten Betriebe lediglich ihr Fachgebiet im Blick haben – zum Beispiel der Heizungsbauer nur die Überwachung der Heizungsanlage – , aber sich bisher niemand in der Lage sah, die von der Stadt außerdem gewünschten Informationen einzubinden. „Unseres Wissens existiert ein solches System bisher auch woanders nicht,“ beschreibt Effenberger die Vorreiter-Rolle der Stadt Bad Hersfeld.

Die Idee dazu kam dem Bürgermeister, als er er nach seinem Amtsantritt vor einem Jahr mitbekam, dass ein Teil dieser Informationen zwar schon an verschiedenen Stellen zusammengetragen wird, aber zum Großteil händisch und in zu großen zeitlichen Abständen. Als dann beim Bauprojekt Schilde-Park für jedes Gebäude getrennte Überwachungssysteme installiert wurden, schritt Fehling zur Tat.

In die Projektgruppe „Gebäudeleittechnik“ berief er deshalb neben Effenberger als den Fachbereichsleiter Informationsmanagement auch Stadtwerke-Chef Peter Sobisch, den Klimaschutzbeaufratgten Guido Spohr und den Fachbereichsleiter Immobilienmanagement, Wilfried Roßbach.

Refinanzierung erhofft

Noch in diesem Jahr soll mit der Umsetzung begonnen werden. Dafür ist die Stadt auch bereit, zu investieren. Allerdings ist die Hoffnung groß, dass sich das System am Ende rechnet – nicht nur über Einsparungen, sondern über Lizenzgebühren, wenn sich andere Kommunen die Hersfelder Technik zunutze machen wollen.

Das Lastenheft mit seinen detaillierten Beschreibungen kann von der städtischen Website www.bad-hersfeld.de herunter geladen werden. Als Ansprechpartner steht Projektleiter Frank Effenberger unter Telefon 06621/201-266 zur Verfügung.

Von Karl Schönholtz

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