Kraftfahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Kleiner Fehler mit tragischen Folgen

Bad Hersfeld. Es war nur ein kleiner Fehler, aber einer mit tragischen Folgen: Weil der Fahrer eines Kleinlasters am 7. Mai vergangenen Jahres an einer Kreuzung bei Ransbach auf der Vorfahrtstraße ein Motorrad übersah, musste ein 58-Jähriger aus Eiterfeld sterben. Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Unfallverursacher aus dem Wartburgkreis jetzt zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 35 Euro und einem Monat Fahrverbot verurteilt.

Jeden Abend vor Augen

„Ich habe es jeden Abend vor Augen. Es tut mir unwahrscheinlich leid,“ sagte der rundum geständige und strafrechtlich bisher unbescholtene Angeklagte gestern vor Einzelrichter Elmar Schnelle. Er habe am Stopschild angehalten, geschaut und sei sich sicher gewesen, dass alles frei war, sagte der 39-Jährige, um dann aber hinzuzufügen, er habe wohl einmal zu wenig nach links gesehen. Aus Richtung Schenklengsfeld kam nämlich der Eiterfelder, der gegen den plötzlich anfahrenden Kleinlaster keine Chance hatte. Der Kradfahrer, der eine Ehefrau hinterließ, starb noch an der Unfallstelle an den Folgen des Zusammenstoßes.

Fahrproblem

Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte allerdings mit dem Fahrverbot Probleme, weil der als Putzer auf verschiedenen Baustellen arbeitende Angeklagte ohne Führerschein nicht einsatzfähig wäre.

Das nahm auch Richter Schnelle nicht auf die leichte Schulter. Weil jedoch die Verhältnismäßigkeit zu anderen Fällen gewahrt bleiben musste, führte am Fahrverbot kein Weg vorbei.

Von Karl Schönholtz

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