Gegen die eisige Kälte bieten Hilfsorganisationen günstige Wintersachen an

Kleidung für kleines Geld

Große Auswahl, kleiner Preis: HZ-Mitarbeiter Philip Streck stellt sich beim Roten Kreuz ein Winteroutfit für einen Preis von unter 20 Euro zusammen.

Bad Hersfeld. Draußen sind es bis zu minus zehn Grad Celsius. Da sind eine dicke Jacke, Handschuhe, Schal und Mütze dringend notwendig, um sich vor der eisigen Kälte zu schützen.

Doch für viele Menschen mit geringem Einkommen ist es schwierig, sich wetterfest anzuziehen. Die Bad Hersfelder Bahnhofsmission und das Kleiderstübchen des Deutschen Roten Kreuzes haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Frierenden mit kleinem Portemonnaie für den hereinbrechenden Winter auszustatten.

Gute Qualität

„Wir sind nicht nur für Sozialhilfeempfänger da. Heute sind Renten und Stundenlöhne so gering, dass auch andere Leute unsere Hilfe brauchen“, erklärt Christel Mecke, Leiterin des Kleiderstübchens. Für weniger als 20 Euro bekommt man hier ein komplettes Winteroutfit, das aus warmen Schuhen, Mütze, Schal, Handschuhen und Jacke besteht.

Der niedrige Preis sei aber kein Anzeichen für schlechte Materialien. „Unsere Kunden erkennen die Qualität der Sachen“, so Mecke. Seit 2009 gibt es das Kleiderstübchen in der Benno-Schilde-Straße, das seine Waren allein aus Spenden von Privatpersonen bekommt. „Wir freuen uns über jede Spende“, erzählt Christel Mecke. Und davon kann es nie genug geben, denn die ersten Waren sind fast schon ausverkauft. „Mützen sind schon fast alle weg“, erklärt sie.

Neben dem Kleiderstübchen hat sich auch die Bahnhofsmission zur Aufgabe gemacht, Hilfsbedürftige zu unterstützen. Anders als beim Deutschen Roten Kreuz haben die Kleidungsstücke keinen festgelegten Preis. Für eine kleine Spende, darf man sich an der Kleiderausgabe für die kalte Jahreszeit bestücken.

„Für manche ist es einfach wichtig eine Spende zu geben“, sagt Silvia Hemel von der Bad Hersfelder Tafel. Auch hier kommt die Ware von privaten Spendern. Diese können dann während der Öffnungszeiten direkt in der Bahnhofsmission abgegeben werden, oder außerhalb dieser Zeit in einen dafür bereitgestellten Container eingeworfen werden. Die Spender sollten allerdings darauf achten, dass die Kleidung sauber und nicht kaputt ist. „Was wir selber nutzen würden, das geben wir auch weiter“, sagt Silvia Hemel. Man müsse sich auch nicht als Sozialhilfeempfänger ausweisen, um sich Kleidung für den Winter holen zu dürfen.

Je nach Menge und Vielseitigkeit der Spenden sei die Auswahl, bei beiden Organisationen größer oder kleiner. „Ich kann nur das anbieten, was ich bekomme“, sagt Christel Mecke, die zufrieden mit den privaten Spenden ist.

Dennoch hofft sie in Zukunft, auch nicht verkaufte Kleidung von Geschäften zu bekommen, die diese nicht mehr benötigen, um mit einer noch größeren Auswahl viel besser auf den Geschmack ihrer Kunden eingehen zu können.

Von Philip Streck und Magdalena Dräger

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