Kreisparteitag verabschiedet strittige Kandidatenliste

Klatsche für die Bad Hersfelder CDU

Aussprache nach der Wahl: Gunter Grimm (rechts) diskutiert mit Thorsten Bloß. Foto:kai

Friedlos. Der Bad Hersfelder CDU-Stadtverband konnte sich mit seiner Kritik an der Delegiertenliste für den Landesparteitag nicht durchsetzen. Auf dem Kreisparteitag kam es am Freitagabend zu einem heftigen Wortgefecht zwischen dem Kreisvorstand und Gunter Grimm, dem CDU-Fraktionschef im Hersfelder Stadtparlament.

Wie berichtet, fühlte sich der Stadtverband auf der Kandidatenliste nicht ausreichend repräsentiert. Der stellvertretende Stadtverbandschef Günter Exner hatte deshalb an den Kreisvorsitzenden Torsten Bloß geschrieben und eine bessere Platzierung für Gunter Grimm verlangt, der für den Landtag kandidieren will. Beim Kreisparteitag am Freitagabend fehlte Exner allerdings.

Auf dem Parteitag bemühte sich der Vorsitzende des für die Kandidatenliste zuständigen „Siebener Ausschusses“, Herbert Höttl, zunächst, die Wogen zu glätten. Er erklärte, man habe sich bei der Aufstellung an früheren Kandidatenlisten orientiert.

„Wir haben Pastor Ralph Habener auf Platz 10 der Liste gesetzt, weil er zu dem Zeitpunkt der einzige uns bekannte Bewerber für den Stadtverbandsvorsitz war“, erklärte Höttl. Ohnehin hätten aber nur sieben Kandidaten aus dem Kreis die Möglichkeit, beim Parteitag die CDU-Landesliste für die Bundestagswahl mitzubestimmen.

Kein Rückhalt

Mit dieser Erklärung wollte sich Gunter Grimm allerdings nicht zufrieden geben. Mit Ralph Habener sei ein Kandidat vorgeschlagen worden, der im Stadtverband „keinen Rückhalt“ habe, behauptete Grimm. Da platzte Kreisvorstand Thorsten Bloß der Kragen: „Der Stadtverband Hersfeld hat trotz Aufforderung keine Listen-Kandidaten gemeldet, warum sollen wir euch hinterherlaufen?“, schimpfte Bloß.

Grimm schlug trotzdem Christian Stahl statt Habener für Listenplatz 10 vor. Der allerdings lehnte ab: „Danke, Gunter, aber ich brauche das nicht.“ Verärgert ließ sich dann Gunter Grimm, der selbst auf Listenplatz 28. stand, ganz streichen. Die Delegiertenliste wurde dennoch – bis auf Gunter Grimm – wie vorgesehen verabschiedet. (kai)

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