Musikalisches Feuerwerk mit Tradition: 29. Lolls-Rock mit „Dayton Quince“ in der Stadthalle

Klassiker der Rockgeschichte

Alt-Rocker begeistern auch nach 35 Jahren die Lolls-Gemeinde: „Dayton Quince“ spielten auch in diesem Jahr beim Lolls-Rock in der Stadthalle. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. Der rote Vorhang hebt sich, die Scheinwerfer strahlen auf die sechs Musiker auf der Bühne in der Stadthalle sowie auf Bürgermeister Thomas Fehling und Feuermeister Klaus Otto, der traditionsgemäß eine Fackel in der Hand hält. Als die ersten Töne des altbekannten Liedes „Bruder Lolls“ ertönen, das die Band „Dayton Quince“ im Jahr 1994 eigens für die Anhänger des Bad Hersfelder Lullusfestes kreiert hat, singt die Menge euphorisch mit. Beim 29. Lolls-Rock präsentierten „Dayton Quince“ auch in diesem Jahr allerhand Klassiker aus ihrem vielfältigen Repertoire.

Der Ausruf „Attacke“ zog sich durch die Veranstaltung wie ein roter Faden und Sänger und Gitarrist Bernd Raacke heizte die Stimmung immer wieder mit den Worten „Enner, zwoon, dräi… Bruder Lolls“ an. Die Zuschauer, die bereits seit 19.30 Uhr am Sonntag in die Stadthalle geströmt waren und vor Beginn des Konzertes vor der Halle noch einen Eindruck vom Feuerwerk in der Stiftsruine bekamen, wurden auch dieses Mal nicht von den Alt-Rockern enttäuscht. Neben Klassikern aus den Siebzigern und Achtzigern spielten Dayton Quince auch neuere Rock-Songs. So erstreckte sich das Repertoire des Abends von Patti Smith’s „Because the night“ über „In the shadows“ der finnischen Alternativ-Rockband The Rasmus, bis hin zu Alanis Morissette’s „Guardian“ und „No son of mine“ von Genesis.

Gratuliert mit Grönemeyer

Der Hersfelder Zeitung, die in diesem Jahr die traditionsreiche Veranstaltung präsentierte, gratulierte die Band mit dem Song „Musik nur, wenn sie laut ist“ der deutschen Musiklegende Herbert Grönemeyer zum 250. Geburtstag. „Es ist toll, dass die Zeitung so lange durchgehalten hat“, meinte Bernd Raacke, als er die ersten Töne des Liedes anstimmte.

Die Band Dayton Quince, die es seit 1965 gibt, hatte ihre ersten Auftritte als Schülerband auf Tanzstunden-Parties. Der merkwürdige Name entstand, als ein damaliges Bandmitglied während einer Englisch-Stunde in der früheren Klosterschule, der heutigen Konrad-Duden-Schule, wahllos Wörter auf seinen Tisch kritzelte. „Dayton“ ist eine US-amerikanische Stadt und „Quince“ das englische Wort für die Frucht des Quittenbaums.

Im Rahmen des Lolls-Rock tritt die Band bereits seit 1978 auf, damals noch nach dem Fackelzug am Lullusbrunnen vor dem Rathaus.

Für die Verpflegung der Rock-Fans sorgte das Catering-Team des Tafelhaus Steinhauer aus Schenklengsfeld. Noch am Abend der Veranstaltung hatten die Veranstalter an der Abendkasse rund 220 Restkarten verkauft.

Von Nicole Wagner

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