Tod eines Schülers: Lehrer und Betreuer hoch sensibilisiert

Klassenfahrten: Nach Unfall reist die Sorge mit

Karl Weber

Hersfeld-Rotenburg. Heute wird vor dem Bad Hersfelder Amtsgericht der Prozess gegen drei Lehrer fortgesetzt, denen nach dem Badeunfall eines 19-jährigen Schülers während einer Tutorenfahrt fahrlässige Tötung vorgeworfen wird.

Unabhängig vom juristischen Ausgang des Verfahrens sind Schulleiter und Betreuer von Jugendgruppen bei Fahrten mit Jugendlichen und Heranwachsenden noch stärker als früher sensibilisiert und haben zum Teil ihre Praktiken überprüft.

„Der Unfall war natürlich Anlass zum Nachdenken,“ erklärte Karl Weber, Leiter der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld, die von dem Vorfall direkt betroffen war. Man habe in der Gesamtkonferenz beraten und sich beispielsweise dahingehend neu orientiert, dass vermehrt Städte als Reiseziel ausgewählt werden.

Es mache jedoch einen Unterschied, ob die Kollegen volljährige oder jüngere Schüler beaufsichtigen. Weber: „Man kann Erwachsene nicht 24 Stunden in einen Pferch sperren.“ Auch an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule (JGS) wird der Fall aufmerksam verfolgt: „Wir werden rechtzeitig vor den im Herbst anstehenden Tutorenfahrten besprechen, wie wir darauf reagieren“, sagt Dr. Roland Kaplonek, stellvertretender Schulleiter der JGS.

An der Werratalschule in Heringen hat sich durch den Unfall nichts geändert. „Klassenfahrten werden nur nach Erlasslage genehmigt“, erklärte Schulleiterin Barbara Kolb. Diese Regeln reichten aus und würden zu 100 Prozent umgesetzt, sagte Kolb.  Hintergrund, zum tage, Lokalseite 4

Von Peter Gottbehüt und Karl Schönholtz

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