Teilnehmer des Hessischen Bibliothekstags befassten sich mit Zukunft von Büchereien

Klasse statt Masse

In der Schildehalle trafen sich Hessens Bibliothekare zum Hessischen Bibliothekstag 2012. Vom Industrie-Ambiente mit frei-liegenden Stahlträgern zeigten sich viele Gäste beeindruckt. Der Bibliothekstag fand nach 1994 zum zweiten Mal in Bad Hersfeld statt. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Zum traditionellen Treffen der hessischen Bibliothekare begrüßte Aloys Lenz, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband, gestern die Teilnehmer in der „Kultur- und Kurmetropole“ Bad Hersfeld.

In der Schilde-Halle fand der Hessische Bibliothekstag 2012 statt – sozusagen als erste Generalprobe für die noch im Umbau befindliche Veranstaltungshalle. „Die Halle ist noch nicht ganz fertig, wie Sie sehen, aber das ist keine Panne, das gehört zum Konzept“, witzelte Bürgermeister und Hausherr Thomas Fehling in seiner Begrüßungsrede.

Trotz oder gerade wegen des Baustellencharmes der Halle zeigten sich viele Gäste beeindruckt vom industriellen Ambiente und dem Drumherum mit Schilde-Park und wortreich, dessen Veranstaltungsraum für weitere Vorträge und Diskussionsrunden rund um die Zukunft von Bibliotheken genutzt wurde.

„Büchereien gehören nach wie vor zu den meist genutzten Bildungseinrichtungen“, berichtete Aloys Lenz. Im Zeitalter von Google hätten sie allerdings keine Archiv- oder Recherchefunktion mehr. „Die Bibliotheken setzen auf Service und Empathie. Klasse statt Masse, damit können sie punkten“, so Lenz.

„Ihren Reiz nicht verloren“

Hessens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, war ebenfalls nach Bad Hersfeld gekommen, um ein paar Worte an die versammelten Bibliothekare zu richten. Auch sie ist der Meinung: „Bibliotheken haben ihren Reiz nicht verloren.“ Gleichwohl müssten für die Zukunft viele neue Ideen her. Sie unterstrich außerdem die Bedeutung der Kommunalpolitik, deren Entscheidungen für den Erhalt von Büchereien eine große Rolle spielten.

Mit ihren „Onleih“-Angeboten sind die Bibliotheken jedenfalls schon in der Zukunft angekommen. Auch in der Bad Hersfelder Konrad-Duden-Bibliothek können schon seit 2008 so genannte E-Books heruntergeladen werden.

Den 15. Hessischen Bibliothekspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen verlieh Geschäftsführer Dr. Thomas Wurzel an die Stadtbücherei Marburg, die sich mit verschiedenen Angeboten als starker und erfolgreicher Partner von Kindergärten und Schulen hervortue.

Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert, die aber nicht etwa die kommunalen Mitteln der Träger ersetzen dürften, sondern für zusätzliche Projekte der Bibliothek verwendet werden sollen.

Von Nadine Maaz

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