Kinderstück „Die Eule“ spielt mit Verwirrungen, Vorurteilen und der Sicht der Kinder

Klarer Blick aufs Leben

Spannung, Magie und Spaß: Franziska Reichenbacher und Markus Majowski kümmern sich um das Kinderstück „Die Eule“. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Spannend soll es werden und magisch und natürlich lustig – das Kinderstück dieses Festspielsommers. Das versprechen Franziska Reichenbacher, die aus dem Grimm’schen Märchen „Die Eule“ das Stück geschrieben hat, und Markus Majowski, der gemeinsam mit Joern Hinkel die Regie führen wird.

Das Kinderstück, das ist den beiden ganz wichtig, ist ein wesentlicher Bestandteil der Festspiele, auch wenn es in diesem Jahr nicht in der Stiftsruine stattfinden wird, sondern im neuen Buchcafé am Brink. Aus Planungsgründen sei es nicht möglich gewesen, neben all den anderen neuen Produktionen in diesem Jahr auch noch das Kinderstück in der Ruine zu inszenieren, sagt Franziska Reichenbacher. Da es aber ein Angebot für Kinder und Familien geben sollte, seien sie eben ins Buchcafé ausgewichen.

Große Nähe möglich

Majowski und Reichenbacher sehen das inzwischen durchaus nicht als Notlösung. „Das ist ein sehr schöner Theaterraum, der eine große Nähe von Publikum und Darstellern ermöglicht“, sagt Reichenbacher. Der Spielort habe eine ideale Größe ergänzt Majowski. Deshalb hätten sie sich auch entschieden, die Hauptrolle nicht mit einem Profischauspieler, sondern mit einem Kind zu besetzen. „Die Kinder sollen uns die Geschichte ja auch abnehmen“, meint Majowski. Die drei Darstellerinnen seien inzwischen ausgewählt und würden demnächst vorgestellt, verspricht er.

Und er verrät auch, dass er selbst mitspielen wird. In welcher Rolle und wer außerdem noch mit dabei sein wird, das wollen Reichenbacher und Majowski aber erst verraten, wenn die Proben offiziell beginnen.

Zurzeit sind beide noch mit Proben für andere Stücke eingespannt. Franziska Reichenbacher wird als Fatima, die Assistentin des Zirkusdirektors in der Komödie der Irrungen zu sehen sein, Markus Majowski als Kaufmann Abdul. Er spielt außerdem den Peter Block in den Sommernachts-Träumereien.

Bei beiden Stücken sehen Majowski und Reichenbacher Parallelen zum Kinderstück. Hier wie dort geht es um Missverständnisse, weil niemand genau hinsieht. „Was passiert, wenn einer nicht erkennt, wer vor einem steht, weil er nicht richtig geguckt hat?“ nennt Reichenbacher ein zentrales Thema ihres Stücks. Kommen dann noch Ängste und Vorurteile dazu, dann kann das leicht schlimm enden. Doch zum Glück gibt es ja Kinder, die mit unverstelltem, klaren Blick die Wahrheit erkennen.

Das alles soll – in einer Mischung aus Realität und magischer Märchenwelt – im poetischen Märchenton erzählt werden und zwar so, dass Kinder ab etwa sechs Jahren und Erwachsene ihre Freude daran haben. So zumindest haben es die Kindertheatermacher geplant und laden dazu ein, das relativ unbekannte Grimm’sche Märchen neu zu entdecken.

Gezeigt wird „Die Eule“ ab dem 5. Juli im Buchcafé am Brink

Von Christine Zacharias

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