Der traditionelle Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft im Schnellcheck

Klare Worte zum Start

Die Friseurmeisterin Nadine Fernandes Rosas (Mitte) war eine von zwei Frauen, die gemeinsam mit 13 männlichen Kollegen von Handwerkskammerpräsident Heinrich Gringel (zweiter von links), Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker (rechts) und dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dirk Bohn (links) im Kreistagssitzungssaal (Bild rechts) ihren Meisterbrief erhielten. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Der Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft ist traditionell ein fester Termin im Kalender für die Kreis-Prominenz. Wir prüfen die Veranstaltung im Schnellcheck:

Wer war alles da?

Eigentlich alle, die im Kreis Rang und Namen haben. An der Spitze natürlich Landrat Karl-Ernst Schmidt, für den es der letzte Handwerks-Empfang in Amt und Würden war. Aber auch die Landratskandidaten gaben sich ein Stelldichein. Dirk Bohn, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, brauchte fast zehn Minuten, um die Ehrengäste namentlich zu begrüßen.

Wir waren die Reden?

Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker hatte wir üblich zu einem launigen, verbalen Rundumschlag ausgeholt. Er wetterte vor allem über die ausufernde Bürokratie und fand dafür schöne Beispiele, wie etwa die „Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung – kurz MiLoDokV. Obwohl die Politik seit Jahren einen Abbau der Bürokratie verspreche, komme eher das Gegenteil dabei heraus. Dabei vernichte man jährlich Milliarden, schimpfte Stöcker.

Sind die Klagen berechtigt?

Wie man’s nimmt. Immerhin sind die Auftragsbücher noch gut gefüllt. Aber der Kostendruck wächst und die weltweiten Krisen drücken die Konjunktur-Stimmung. Außerdem ringt das Handwerk immer noch um den Nachwuchs. Offenbar scheint vielen jungen Leuten ein Studium attraktiver als eine Berufsausbildung. Dabei werde die Meisterprüfung europaweit gleichwertig mit den Bachelorabschluss behandelt, sagte Stöcker.

Wirbt das Handwerk genug?

Oh ja! Es gibt eine Vielzahl von Förderprogrammen für junge Leute, Tage der offenen Tür und Beratungen. Allein 1000 Schüler haben sich 2014 auf der Lehrbaustelle in Bebra über Ausbildungsmöglichkeiten informiert, 300 Schüler haben an der Berufsorientierung teilgenommen. Und auch Flüchtlinge und Asylbewerber sollen für das Handwerk gewonnen werden.

Was war der Höhepunkt des Neujahrsempfangs?

Natürlich wie immer die Vergabe der Meisterbriefe, die diesmal 15 Männern und Frauen überreicht wurden. Das Interesse an der Meisterausbildung habe nach Einschätzung der Kreishandwerkerschaft wieder zugenommen. „Die beiden letzten Meisterkurse waren wieder gut besucht“, sagte Stöcker. Das sei aber auch notwendig, denn viele Betriebe im Kreis suchten Nachfolger.

War es auch gesellig?

Na klar, beim Handwerk doch immer! Am kalten Buffet, das von der Fleischerei Schäfer aus Niederaula angerichtet wurde, plauderten viele Gäste nach dem Empfang noch bis in den späten Abend hinein.

Von Kai A. Struthoff

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