Hersfelder Festspielchor singt am Samstag in der Stadthalle Bachs h-Moll-Messe

Klangwelt zieht in Bann

Julie Grutzka (Sopran)

Bad Hersfeld. Die Summe seines geistlichen Vokalmusikschaffens sowie seiner Kompositionstechnik repräsentiert Johann Sebastian Bachs Große Messe in h-Moll. „Die wohl genialste Messkomposition des Barocks wird am Samstag, 30. November, ab 18 Uhr in der Bad Hersfelder Stadthalle durch den Hersfelder Festspielchor aufgeführt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Veranstalters, des Arbeitskreises für Musik.

Monumentale Gestik

Die für Soli, Chor und Orchester geschriebene einzige Messkomposition Bachs sei ein einzigartiges Beispiel für seine meisterhafte Form- und Kompositionskunst. In diesem, seinem letzten großen Werk offenbare sich über den Textgehalt hinaus die Musik als theologische Aussage. „Das Wunderbare an der h-Moll-Messe ist, dass es kein analytisches Musikverständnis braucht, um dies zu spüren, sondern die Klangwelt den Hörer unmittelbar in ihren Bann zieht“, erklärt Pressesprecherin Eva Naumann. Mit wahrhaft monumentaler Gestik durchmesse Bach in der h-Moll-Messe den weiten Kosmos barocken Komponierens, um zugleich den liturgischen Rahmen, der in jedem seiner anderen geistlichen Werke mitgedacht ist, zu zersprengen. Der Thomaskantor hat überdies das die beiden großen christlichen Kirchen Verbindende im Symbolum Nicenum ins Zentrum gesetzt. Es ist somit eines der eindrucksvollsten Zeugnisse eines überkonfessionellen gesamteuropäischen Glaubens.

Der Hersfelder Festspielchor hat die h-Moll Messe schon mehrfach aufgeführt, zuletzt im Jahr 2005. Das Werk, an das sich im Allgemeinen nur Profichöre wagen, stellt in seiner Mehrstimmigkeit hohe Anforderungen an einen Chor. 18 Chorsätze und neun Arien beinhaltet die etwa zweistündige Aufführung. Neben diffizilen Koloraturen, die zu bewältigen sind, erfordert die h-Moll-Messe einen vier-, fünf-, sechs- und achtstimmigen Chor sowie ein mit Streichern, Trompeten, Pauken, Horn und Holzbläsern reich besetztes Orchester. Der Hersfelder Festspielchor wird das Werk im Wechsel von Kammer- und Tuttichor aufführen, um so den introvertierten Teilen gerecht zu werden.

Virtuosi Brunenses

Den Orchesterpart übernimmt das in Bad Hersfeld seit langem für seine einfühlsame Begleitung bekannte und beliebte Orchester Virtuosi Brunenses aus Brünn. Solisten sind Julie Gruzka (Sopran), Anna Retczak (Alt), Edilberto Regalado Ordónez (Tenor) und Xiao-Feng Cai (Bass). Die Gesamtleitung hat Siegfried Heinrich.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf beim Arbeitskreis für Musik in der Nachtigallenstraße 7 sowie unter den Telefon-Nummern 06621/506713 oder 06621/506718 erhältlich. Schüler und Studierende erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Die Karten können auch per E-Mail reserviert werden: info@opernfestspiele-badhersfeld.de. (red/zac)

Kommentare