Probenwochenende des Hersfelder Festspielchores zur Aufführung der h-Moll-Messe

Der Klang muss fließen

Ein intensives Probenwochenende erlebten die Mitglieder des Bad Hersfelder Festspielchores. Unter der Leitung von Siegfried Heinrich (links) probten sie im Bachhaus Bachs h-Moll-Messe, die am 30. November in der Stadthalle aufgeführt wird. Foto:  Naumann

Bad Hersfeld. Die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach führt der Hersfelder Festspielchor am 30. November, dem Vorabend des 1. Advent, ab 18 Uhr in der Stadthalle Bad Hersfeld auf. Für dieses Konzert versammelte sich der Chor jetzt im Bach-Haus, um ein ganzes Wochenende lang intensiv zu proben.

Für die Aufführung dieses großen Werkes muss die Stimme trainiert sein, denn es beinhaltet immerhin 18 Chorsätze. Sie fordern immens, die gigantischen Spannungsbögen in Bachs Komposition. Verschnaufpausen gibt es nicht. Dafür probte der Chor am Wochenende bis zu acht Stunden täglich. Auch in den Pausen wurde gefachsimpelt, wie denn die technischen Schwierigkeiten des Werkes am besten zu bewältigen seien. Diese bestehen aus der Mehrstimmigkeit von vier-, fünf-, sechs- und achtstimmigen Chorsätzen, langen, ineinander verflochtenen Koloraturen und großen Intervallen.

Bachs überaus kunstvolle Polyphonie im zweiten Teil des Werkes wurde den Sängern auch durch die Freude an der eigenen Stimme zugänglich. „Der Klang muss fließen, die Stimme beherrscht werden, um die Strukturen durchhörbar zu machen“, meinte eine Choristin in der Pause und ihre Kollegin ergänzte „Bach hat die Singstimmen mit einer instrumentalen Virtuosität behandelt, die ihresgleichen sucht.“

Große und kleine Besetzungen

Der Chor probte im Wechsel von Kammerchor und Tutti, denn die Gestaltung des Werkes erfordert immer wieder kleine Besetzungen, wie zum Beispiel beim „Qui Tollis“, wo die Erniedrigung des Gottessohnes thematisiert wird.

Eine Einführung in das Werk durch den Leiter des Konzertchores, Professor Siegfried Heinrich, ergänzte die intensiven Proben. Am Ende waren sich alle einig, ein von Musik erfülltes Wochenende miteinander verbracht zu haben. „Wir freuen uns auf die Aufführung in Bad Hersfeld und hoffen auf viele Zuhörer“ lautete denn auch der Tenor zum Abschluss des Probenwochenendes.

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