Abwechslungsreiches Abschlusskonzert der Chorsängertage im Hersfelder Bach-Haus

Im Klang eine Einheit

Bereicherten das Abschlusskonzert der Chorsängertage im Bach-Haus: Sophia Louise Zulauf, Prof. Klaus-Jürgen Teutschbein und Theresa Marie Zulauf (von links). Foto: nh

Bad Hersfeld. Ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Konzert hatten Prof. Klaus-Jürgen Teutschbein und rund 45 Sänger und Sängerinnen aus ganz Deutschland für das Abschlusskonzert der Chorsängertage am vergangenen Sonntag im Bad Hersfelder Bach-Haus einstudiert.

Trotz der unterschiedlichen Stimmen jeden Alters – die jüngste Teilnehmerin war 15 Jahre alt, der älteste Teilnehmer etwa 80 Jahre – gelang es, einen erstaunlich einheitlichen Chorklang zu erzeugen und dennoch mit kleinen solistischen Aufgaben einzelne Stimmen besonders hervorzuheben. Das Programm reichte vom frühbarocken Komponisten Michael Praetorius bis zu modernen Künstlern wie Paul Ernst Ruppel und Manfred Schlenker. Auch ein Werk des Frankenberger Komponisten Rainer Pecher aus dem Jahr 1982 war darunter. Der Komponist selbst war als Sänger im Chor mit dabei.

Engelhafte Reinheit

Die junge Sopranistin Theresa Marie Zulauf aus Alsfeld begeisterte mit „Panis angelicus“ von César Franck. Sie nimmt klassischen Gesangsunterricht an der Musikschule Alsfeld und gestaltete mit ihrer schönen Stimme den bekannten geistlichen Gesang engelhafter Reinheit von Frank, einfühlsam begleitet von Maria Rösner auf dem Flügel. Ihre Schwester Sophia Louise war mit 15 Jahren die jüngste Teilnehmerin und ebenfalls mit einer kleineren solistischen Aufgabe betreut.

Marlis Fey beeindruckte bei großer Textverständlichkeit, sehr einfühlsamer Gestaltung und warm timbrierter Stimme mit „Das Knäblein nach acht Tagen“ von Peter Cornelius.

Eigene Komposition

Höhepunkt war die „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré für vierstimmigen Chor und Klavier. Maria Rösner aus Donaueschingen begleitete den Chor auf dem Klavier. Komponiert von dem erst 19-Jährigen auf einen Text von Jean Racine, einem französischen Dichter und Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, den Fauré sehr verehrte.

Die letzte Komposition des Konzerts stammte wiederum aus der Feder von Michael Praetorius. Der Choral „Mein schönste Zier und Kleinod“ wurde von Prof. Teutschbein geschickt variationsreich gestaltet. Abwechselnd in kleiner, mittlerer und großer Besetzung sangen Marlis Fey (Sopran), ein Quartett bestehend aus Sabine Weinreiter (Sopran), Margret von Derschau (Alt), Münchow (Tenor) und Hermann Schmalfuss (Bass) sowie der große Chor. In schöner alter Chortradition wurde sensibel gesungen und einfühlsam interpretiert.

Nicht zuletzt trug Rolf Henry Kunz, Konzertorganist aus Höchst, zu dem gelungenen Konzert bei mit einer Toccata von Vincent Lübeck und zwei Versetten für Orgel über den Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Dietrich Buxtehude, die er abwechslungsreich registrierte. Kunz begleitete zudem bei einigen Chorstücken den Chor sowie die Solisten auf der Orgel. (red/nm)

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