Legendärer Chor der Schwarzmeer-Kosaken führte beeindruckend in die Welt Russlands

Der Klang der Balalaika

Sie führten gesanglich in die Weiten Russlands: Der Schwarzmeer-Kosakenchor mit Peter Orloff in der Mitte. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Mit Kostbarkeiten aus dem reichen Schatz der russischen Musikliteratur bescherte der Schwarzmeer-Kosaken-Chor bei seinem Gastspiel in der Schilde-Halle den Besuchern ein herrliches Konzerterlebnis.

„Es wird Ihnen gefallen“, versprach Peter Orloff zu Beginn in der nahezu ausverkauften Schilde-Halle. Damit hatte der langjährige musikalische Leiter des Chores den Geschmack des Publikums richtig eingeschätzt, denn es gab nach zwei Stunden stehend und mit viel Applaus begeisterte Beifallsbekundungen. Neben den erstklassigen Stimmen der neun traditionell gekleideten Sänger trug der schöne Klang der Balalaika und von deren Vorgängerin, der Domra, zu außergewöhnlichen Hörerlebnissen bei. Ein Instrumental-Trio spielte auf diesen Instrumenten sowie auf dem Bajal, dem russischen Akkordeon, virtuos auf.

Auf Opernbühnen der Welt

Die meisten Choristen haben viele Jahre auf den Opernbühnen der Welt gesungen. In großes Erstaunen versetzte vor allem die ausgefeilte Sopranstimme eines Chormitglieds die Zuhörer. Jeder von den Sängern trat mit einem Solo-Auftritt hervor, um sich dann wieder in die gemeinsame Chorharmonie einzufügen. „Die Mannschaft ist der Star“, heißt es zu Recht in der Programmzeitschrift. Es klang, als hätten viel mehr Sänger auf der Bühne gestanden. So gewaltig waren die neun Stimmen.

Das Publikum summte oft mit, verharrte aber auch andächtig stumm, besonders dann, als die „Abendglocken“ eines populären russischen Volksliedes gesanglich zum Schwingen kamen. Es wurden Geschichten, Balladen und Legenden vorgetragen. Man meinte als Zuhörer, die russische Seele hätte ihre Flügel ausgebreitet, um durch die Halle zu fliegen.

Peter Orloffs Vater, Nikolai Orloff, hat als langjähriger Leiter des Chores das Zitat geprägt: „Es ist ein Chor, der singend betet und betend singt“.

Viele Moll-Töne

Obwohl viele Moll-Töne der russischen, alten Musik einen schwermütigen, melancholischen Charakter verleihen, sind die Lieder nicht nur traurig, sondern auch temperamentvoll und leidenschaftlich. „Vielleicht bewirken diese zwei Stunden etwas, das Ihre Seele berührt und das noch lange nachklingt“, wünschte Orloff sich und seinem Publikum.

Von Vera Hettenhausen

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