Das „Testament à la Carte“ im „Stern“ kitzelte Nerven und Gaumen der Gäste

Klamauk zum Dessert

Martin Schäfer als Einbrecher versetzte die Gäste des Kriminal-Comedy-Dinners im Romantik-Hotel „Zum Stern“ nicht in Schrecken, sondern in Lach-Laune. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Professor William Chattney ist nicht durch den Griff in die Steckdose gestorben. Er wurde ermordet. Zur Eröffnung seines Testaments kam eine illustre Schar von über 60 Gästen in das Romantik-Hotel „Zum Stern“. Es ging immerhin um eine Erbschaft in Höhe von 38 Milliarden Pfund. James Bond, Karla Kolumna, die Goldmedaillen-Gewinner im gemischten Doppel von 1972, Karl Lagerfeld, zwei Autotester des ADAC und Chattneys heimliche Geliebte wurden unter anderem unter tosendem Beifall begrüßt und zu ihren Plätzen an den prachtvoll gedeckten Tischen geführt.

So schnell waren die Zuschauer schon mitten im Spiel der Schauspieler aus Dreieich, Olaf Mill und Martin Schäfer. Der köstliche Krimi-Spaß, das „Kriminal Comedy Dinner“, begann schon bei ihrem Eintreffen. In seinem Testament hatte der Professor festgelegt, wie seine Freunde, Bekannten und Verwandten kulinarisch verwöhnt werden sollten. Das Küchenteam des Romantik-Hotel hatte sich genau daran gehalten. Es gab Süßkartoffelcremesuppe mit thailändischen Aromen und gebratener Riesengarnele, Filet vom hessischen Landschwein im Brotmantel auf Wirsinggemüse und Schokoladenmousse mit Mango-Passionsfruchtsalat und Mangosorbet.

Emotionen abbauen

Doch auf die Vorspeise musste man erst einmal warten. Zunächst übten Notar Mr. Green und sein Assistent Manfred Mechanismen zum Abbau gestauter Emotionen ein. Hob Manfred seine rechte Hand, seufzten die Frauen im Saal, hob er seine linke Hand, versetzte dies die Männer in hörbares Erstaunen. Der Saal wurde zur großen Mitmach-Bühne, auf der die Gäste begeistert ihre erstaunlichen Schauspieltalente vorführten. Sie schlüpften in Rollen, die ihnen mittels gezogener Zettelröllchen zugeteilt wurden.

Natürlich dauerte es nicht lange, bis die Erbstreitigkeiten begannen. Assistent Manfred schrieb alles auf, was die Erben über den Verstorbenen wussten. Er war „Athomfüsicker“, sein Hobby waren die „Fraun“ und er aß gerne „Plammputtink“.

Die Schauspieler überraschten mit ihrer Spontanität und ihrem Ideenreichtum. Sie verkörperten mit ungebremster Spielfreude viele Personen und alberten, so schien es, nach Herzenslust herum.

Macht, Ruhm, Sex-Appeal

Am Ende wurde unter Mithilfe von „Extrem Beate“ aus dem Publikum und dem Einsatz ihrer Kräfte der Mörder verhaftet. Das Geheimnis der großen Kiste, das eigentliche Erbe Chattneys, wurde gelüftet. Es war ein Elixier, das zu Macht, Ruhm und Sex-Appeal verhilft. Das Hotelpersonal verteilte dieses grüne Gemisch umgehend an alle Gäste, sodass nun gemeinsam auf den armen Chattney angestoßen werden konnte.

Über drei Stunden dauerte es, bis der Fall gelöst war und das Publikum in bester Laune das köstliche Dessert genießen konnte.

Von Vera Hettenhausen

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