Schandfleck am Bad Hersfelder Marktplatz könnte demnächst verschwinden

Am Kirchtor tut sich was

Das Kirchtor-Ensemble aus Sicht des Marktes (links) und vom Kirchplatz her. Nummer 34 ist das Fachwerkhaus mit dem Durchgang, Nummer 35 und 36 ein Doppelhaus mit der hellblauen Verkleidung. Jetzt deutet sich eine Lösung für den Problemfall an. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Der städtebauliche Schandfleck am Bad Hersfelder Markt mit dem Durchgang zum Kirchplatz könnte in absehbarer Zeit verschwinden: Nach Jahren der vergeblichen Versuche, mit den jeweiligen Eigentümern der denkmalgeschützten Häuser 34, 35 und 36 ein gemeinsames Sanierungskonzept zu entwickeln, ist jetzt wieder Bewegung in die Verhandlungen gekommen.

Wie Johannes van Horrick, Leiter der städtischen Bauverwaltung, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, werde seit Kurzem mit dem Eigentümer des Hauses Markt 36 ernsthaft über einen Verkauf verhandelt.

Weil das Gebäude mit der Hausnummer 35 bereits der Stadt gehört, und der Eigentümer von Nummer 34 laut van Horrick „verkaufsbereit“ sein soll, wäre das Ensemble bei einem Erwerb von Haus 36 so komplett, um hier zu sanieren. Alle drei Häuser sind erhaltenswert, so stammt das Kirchtor-Gebäude aus dem späten 16. Jahrhundert.

„Es ist an dieser Stelle eigentlich nur altersgerechtes Wohnen vorstellbar“, sagt van Horrick. Mehrere potentielle Investoren hätten bereits ihr Interesse bekundet. Frühere Überlegungen, an dieser Stelle ein Hotel garni zu bauen, sind nicht mehr aktuell.

Müll hinter dem Bauzaun

Dass an derart prominenter Stelle in der historischen Altstadt nicht schon längst etwas geschehen ist, lag an der langwierigen Auseinandersetzung mit dem Eigentümer von Nummer 36, dessen Haus nach einem Wasserschaden zwischenzeitlich sogar vom Einsturz bedroht war und seitdem mit einem Bauzaun abgesichert ist. Dahinter ist mit der Zeit eine Müllhalde entstanden, die auch die Festspielwerbung am Zaungitter nicht mehr verbergen kann.

„Die Stadtverwaltung hat nach und nach mit allen legitimen Mitteln den Druck erhöht, so dass jetzt konstruktiv verhandelt wird“, teilte van Horrick mit, der dem Magistrat nun eine Kaufempfehlung vorlegen wird.

Leisten kann sich die Stadt den Erwerb, denn noch ist Geld aus dem Förderprogramm der Stadtsanierung vorhanden.

Von Karl Schönholtz

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