Betreiber zahlte Kaufpreis nicht – Mitarbeiter ohne Lohn

Kirchheimer Landhotel weiter in Turbulenzen

Kirchheim. Nach der Insolvenz des Landhotels Kirchheim ist der Gastronomiebetrieb weiterhin in Turbulenzen. Im März war das Insolvenzverfahren über den vom Niederländer Emiel Lantink geführten Betrieb eröffnet worden.

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Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach hatte den Betrieb an eine Unternehmergesellschaft (UG) übertragen, in der ebenfalls Lantink agierte. Der Grund dafür sei gewesen, dass Lantink sowohl über eine Eigentümer-GmbH als auch über die Hotelimmobilie verfüge. Eine Nutzungsvereinbarung für das Gebäude sei Voraussetzung für den Weiterbetrieb, sagte Laudenbach unserer Zeitung.

Lantinks neue Betriebs-UG ist bisher weder ins Handelsregister eingetragen, noch hat sie den vereinbarten Kaufpreis gezahlt. Aus diesem Grund sei bisher auch eine mögliche Weitergabe des Betriebes an die niederländisch-belgischen Betreiber des Kirchheimer Motel-Centers gescheitert, berichtet deren Anwalt Frank Jansen aus Bad Hersfeld, der den Motel Teilhaber Daniel von Goorp vertritt. Berichten von Mitarbeitern und des Insolvenzverwalters zufolge hatte Lantink die Hotelschlüssel bereits an die Motel-Betreiber ausgehändigt. Derzeit werde eine direkte Übergabe vom Insolvenzverwalter an die Interessenten geprüft, so Laudenbach. Wie unsere Zeitung aus Mitarbeiterkreisen erfuhr, soll Lantink für die Angestellten keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt haben. Seit Juni habe ein Großteil der Mitarbeiter keinen Lohn mehr bekommen.

Auf ihr Geld warten bisher auch die Besitzer von Ferienhäusern im Kirchheimer Seepark, die diese über Lantinks Vermietungsfirma ETG vermarktet hatten. Das berichtet der Vorsitzende des Vereins der Ferienhaus-Eigentümer, Henry Liebregts. Lantink selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda wegen Verstoßes gegen die Insolvenzordnung.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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