1,2 Millionen Euro für soziale Arbeit im Kreis – Beratungsstelle für Asylsuchende

Kirchen verlässlich öffnen

Dekan Dr. Frank Hofmann. Foto: Apel

Bad Hersfeld. Rund 1,2 Millionen Euro bringen die Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg sowie die örtlichen Kirchengemeinden pro Jahr aus kirchlichen Eigenmitteln für ihre vielfältige soziale Arbeit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf. Darauf wies Dekan Dr. Frank Hofmann jetzt im Dekansbericht hin. Darin beleuchtete er insbesondere die aktuelle Situation und die Perspektiven des gemeinsamen regionalen Diakonischen Werks.

„Das ist aber noch längst nicht alles“, unterstrich der Chef der Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Herbsttagung der Kreissynode. „Wenn man sich vor Augen führt, dass die Landeskirche die Diakoniepfarrerin finanziert und die Pfarrer des Kirchenkreises Hersfeld natürlich auch dann bezahlt, wenn sie sich um die Kindergärten ihrer Gemeinden kümmern, erhöht sich der Betrag um Mittel für etwa 1,75 Pfarrstellen.“

Dr. Hofmann ermunterte die Synodalen, noch mehr Gotteshäuser „verlässlich offen“ zu halten. Das bedeute, dass sie an mindestens fünf Wochentagen mindestens vier Stunden lang geöffnet, in einem einladend geordneten Zustand gehalten, gastfreundlich gestaltet und mit einem von der Landeskirche nach entsprechender Vereinbarung verliehenen Signet gekennzeichnet sein müssen.

Wohnraum für Flüchtlinge

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt seien, leiste der Kirchenkreis notfalls bis zu 5000 Euro Schadensersatz, sollte es zu Vandalismusschäden kommen. Wie zuvor schon Pröpstin Sabine Kropf-Brandau legte auch Dr. Hofmann den Kirchengemeinden nahe, leerstehende Gebäude als Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und Hilfsprojekte zu entwickeln. Er kündigte an, dass diese Problematik Thema der nächsten Pfarrkonferenz sein werde.

Ganz konkret legte das Kirchenparlament schon am Samstag fest, dass bei der nächsten Diakoniesammlung wieder für das von Kirchheim nach Bad Hersfeld verlegte „Café Grenzenlos“, das ein gut besuchter Treffpunkt von Flüchtlingen ist, um Spenden gebeten werden solle. Darüber hinaus baten sie die Landessynode auf Vorschlag von Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker, Mittel für die Schaffung einer Asylverfahrensberatungsstelle in den Erstaufnahmeeinrichtungen Kirchheim und Rotenburg bereitzustellen.

Als Nachfolgerin der in den Ruhestand tretenden Christina Dodenhoff (Bad Hersfeld) wählten die Kreissynodalen Elisabeth Böttcher (Obergeis) zur Vertreterin des Kirchenkreises in der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen. In den neugebildeten kirchenmusikalischen Ausschuss beriefen sie Bezirkskantor Sebastian Bethge (Bad Hersfeld), Angelika von der Ehe (Philippsthal), Pfarrer Thomas Funk (Neukirchen), Gesa Hild (Bad Hersfeld), Reinhilde Kessler (Heringen), Isabell Kremeskötter (Kirchheim), Isabell Thomson (Niederaula) und Michael Wolf (Neukirchen).

Dekan Dr. Hofmann wies insoweit darauf hin, dass es Aufgabe des Ausschusses sein werde, Vorschläge für einen neuen Rahmenplan zu erarbeiten.

Jugendarbeit verbessern

Angesichts der Wichtigkeit des Themas Kinder- und Jugendarbeit kamen die Synodalen überein, dass sich die Jugendpfarrer Melanie Hetzer (Kirchheim) und Michael Zehender (Obergeis) um die Strukturierung und Vernetzung dieser Arbeit und um die Einrichtung eines auch mit Jugendlichen besetzten Ausschusses kümmern sollen. Zehender hatte zuvor kritisch festgestellt: „Ich finde es dramatisch, dass es Gemeinden gibt, in denen keine Jugendarbeit stattfindet. Das ist auch ein Bild von Kirche.“ (apl)

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