Philipp Kaufmann: Stadt lebt vom Miteinander

Kirche kritisiert Party der City Galerie

Bad Hersfeld. Mit Sorge und Unverständnis hat der Dekan des Kirchenkreises Hersfeld, Ulrich Brill, auf eine Veranstaltung im Rahmen des fünfjährigen Bestehens der City Galerie reagiert. Am Gründonnerstag findet dort eine „Megaparty“ mit zahlreichen Showdarbietungen und einem Pokerturnier statt (HZ berichtete).

„Veranstaltungen dieser Art passen aus Sicht der evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises aufgrund ihres Inhalts grundsätzlich nicht zum Charakter des Gründonnerstages und des Karfreitages, in deren Mittelpunkt brisante und ernste Themen wie Gewalt, Tod, Leid, Schuld und Versagen stehen“, heißt es dazu in einer Erklärung des Medienbeauftragten des Sprengels Hersfeld, Pfarrer Alexander Warnemann.

Der Gründonnerstag sei für viele Menschen der Region eine wichtige Vorbereitungszeit für Karfreitag. Dieser Abend markiere mit den Abendmahls- und Eucharistiefeiern den eigentlichen Beginn des Karfreitags. Außerdem schweigen von Gründonnerstagabend bis Ostersonntag die Glocken, um die Freude über die Auferstehung zum Ausdruck zu bringen.

„Der Sonntag sowie die kirchlichen Feiertage sind wesentliche Bestandteile der Kultur unserer Region sowie unseres Landes“, schreibt Warnemann. Kommerzielle Veranstaltungen an diesen Tagen, bei denen nicht der Mensch, sondern rein wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt stehen, stellen aus Sicht des Kirchenkreises eine schleichende Entwertung dieses schützenswerten Gutes dar.

Der Objektleiter der City Galerie, Philipp Kaufmann, reagierte mit Verständnis auf die Reaktion der evangelischen Kirche. Allerdings sei das Programm zum Galerie-Jubiläum zwingend an die entsprechenden Veranstaltungstage gebunden.

Das bewusste Show-Angebot am Donnerstag habe einen unterhaltenden Charakter, das Programm und der Ausschank werde wie von Beginn an geplant gegen 23.30 Uhr eingestellt. Man bewege sich strikt im gesetzlich vorgegebenen Rahmen. Es handele sich um ein fröhliches, jedoch moralisch unbedenkliches Unterhaltungsprogramm.

Christen, die den Abend in Andacht verbringen möchten, würden nicht durch Lärm oder andere Einflüsse durch die Veranstaltung gestört, niemand werde in der Ausübung seiner Religion eingeschränkt.

„Eine Stadt lebt von einem Neben- und Miteinander verschiedener gesellschaftlicher Ausdrucksformen“, erklärt Kaufmann, und weiter: „Niemand soll in seinem christlichen Empfinden gekränkt werden.“ (red)

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