Alle Ämter werden im Zentrum Bad Hersfelds zusammengefasst – Kurze Wege

Kirche ist hier präsent

Präsentierten die Umbaupläne für das Dekanatsgebäude: Pfarrer Frank Nico Jaeger, Architekt Frank Dorbritz, Architekt Christian Langer, Helga Völker (Vorsitzende des Kirchenvorstands der Evangelischen Stadt- und Johanneskirchengemeinde, Alexander Reitz (Kirchenkreisamt), Dekanin Gisela Strohriegl (Rotenburg) und Dekan Dr. Frank Hofmann (Hersfeld) (von links). Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Eine zentrale Anlaufstelle für viele kirchliche Angebote soll das neue Kirchenkreisamt am Kirchplatz werden. Auf 600 Quadratmetern und drei Etagen werden dann alle Kirchenverwaltungsstellen und das Dekanat gemeinsam untergebracht sein.

Bisher verfügen Kirchenkreisamt und Dekanat über zusammen 850 Quadratmeter, sagt Alexander Reitz vom Kirchenkreisamt. Man wolle aber Synergieeffekte nutzen und die Räume des Gemeindehauses als Besprechungsräume mit benutzen. „Die Kirche ist hier präsent“, freut sich die Rotenburger Dekanin Gisela Strohriegl. „Auch unsere Wege zueinander werden wieder kürzer“, ergänzt ihr Hersfelder Pendant Frank Hofmann.

Flexibel gestaltet

Um das bisherige Dekanat, das auf zwei Etagen ein Wohngebäude war, für die Verwaltung nutzen zu können, müsse nicht radikal umgebaut oder entkernt werden, erläutert Architekt Frank Dorbritz. Das Gebäude sei relativ flexibel gestaltet, sodass zwar gründlich saniert, nicht aber alles verändert werden müsse.

Neu angelegt werden soll aber auf jeden Fall ein barrierefreier Zugang auf der Rückseite des Gebäudes, sodass Dekanat, Gemeindeamt und Kirchenkreisleitung im Erdgeschoss auch für Menschen mit Behinderung problemlos erreicht werden können. Ein kleiner Teil des Gartens soll zudem für Kundenparkplätze genutzt werden. Für die Mitarbeiter sollen Parkmöglichkeiten in den benachbarten Parkhäusern angeboten werden.

Verantwortung

Einhellig erfreut äußern sich alle Beteiligten über die konstruktive, offene und fruchtbare Gesprächsatmosphäre im Vorfeld der Entscheidung. Es habe auch die Überlegung gegeben, das Gebäude abzureißen, doch die sei sehr schnell wieder verworfen worden. „Wir stehen zur Gebäudesubstanz“, betont Pfarrer Holger Grewe und sein Kollege Jaeger ergänzt: „Die Kirche übernimmt hier Verantwortung“ – sowohl für das denkmalgeschützte, stadtbildprägende Gebäude als auch für die Zukunft.“ Denn natürlich soll das 300 Jahre alte Haus auch energetisch saniert werden.

Bisher diente das Gebäude als Wohnhaus für den Dekan. Im Erdgeschoss waren die Büroräume des Dekanats und eine theologische Bibliothek untergebracht. Dekan Dr. Hofmann ist auf dem privaten Wohnungsmarkt in Bad Hersfeld fündig geworden.

Die laufenden Kosten für das Kirchenkreisamt, das von einem Zweckverband getragen wird, sollen nach dem Umzug niedriger sein als bisher. „Wir zahlen weniger Miete, doch das, was wir zahlen, reicht, um den Umbau zu finanzieren“, erklärte Alexander Reitz. „Es ist sinnvoll, die Miete zur Finanzierung eines eigenen Gebäudes zu nutzen“, betont er.

Die Umbau- und Umzugspläne seien auch mit der Landeskirche abgestimmt, erklärt Dekan Hofmann. Deren Vorgabe, dass es pro Landkreis nur ein Kirchenkreisamt geben solle, hätten die beiden Kirchenkreise mit dem Zusammenschluss vor neun Jahren bereits erfüllt.

Von Christine Zacharias

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