Abo-Theater: Auftakt in die Theatersaison in der Stadthalle mit „Keinohrhasen“

Kinostoff auf der Bühne

Mareike Jaeger, Stella Denis, Florian Kogan und Oliver Geilhardt begeisterten das Publikum in der fast ausverkauften Stadthalle. Leichte, aber gut verdauliche Kost zum Auftakt. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Der Kinofilm „Keinohrhasen“ war ein Hit. In den Hauptrollen spielte Til Schweiger den fiesen Klatschreporter Ludo und Nora Tschirner begeisterte als kratzbürstige Kindergärtnerin Anna.

Jetzt schickt sich „Keinohrhasen“ in der Inszenierung der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig an, auch das Theaterpublikum zu begeistern. Zur Eröffnung der Abo-Veranstaltungen lockte die turbulente Liebeskomödie besonders viele junge Zuschauerinnen und Zuschauer in die Bad Hersfelder Stadthalle, die sich gemeinsam mit den treuen Theaterbesuchern köstlich amüsierten.

Voll witziger Elemente

„Keinohrhasen“ ist voll von witzigen Elementen und frechen Dialogen zum Thema Nummer eins im Geschlechterkampf. Neben der Feststellung „in Titten macht Silikon Sinn“ wird nicht nur der Unterschied zwischen einem „Wühler“ und einem „Piekser“ ausführlich erläutert, sondern es steht auch die Frage im Raum „Hast du sie etwa in den Schlaf geleckt?“

Alles eingebettet in die Geschichte von dem Schwerenöter Ludo (Florian Kogan), der wegen seiner kümmerlichen, sozialen Kompetenz zu 300 Sozialstunden im Kindergarten verdonnert wurde. Ausgerechnet Anna (Stella Denis), die Ludo während der Schulzeit übel verarscht hat, ist die Leiterin. Es ist von Anfang an klar, dass sich die beiden doch noch verlieben, wenn auch niemand genau weiß, warum.

Beide Protagonisten spielen ihre Rollen sehr gut, wobei Stella Denis der Anna im Film sehr nahe kommt, ohne sie zu imitieren. „Ganz großes Kino“ bot Oliver Geilhardt als Paparazzo Moritz, Chefredakteur, Jürgen Vogel, Justus und vor allem als Animationsbär Bello.

Mareike Jaeger begeisterte in vier starken Frauenrollen. Natürlich hatte auch der niedliche „Keinohrhase“ seinen großen Auftritt. „Gerade weil er nicht perfekt ist, ist er so besonders“, verteidigt der geläuterte Ludo seinen ersten Bastelversuch.

Das Theaterstück „Keinohrhasen“ ist dagegen ein gelungenes Beispiel dafür, dass man Drehbücher ausgezeichnet für die Bühne bearbeiten kann und diese mit den Mitteln des Theaters erzählt. Dazu gehört das Bühnenbild, das einen großen wandelbaren Kindergarten zeigt. Vierzehn Bilder sind auch vierzehn Unterbrechungen im Spielfluss. Trotzdem ist es Regisseur Niklas Heinecke gelungen, das Tempo des Films zu erhalten.

Das gab donnernden Applaus vom Publikum, das mit einem Lachen im Gesicht nach Hause ging.

Von Gudrun Schmidl

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