Syrische Flüchtlinge finden Zuflucht in Asbach – Rollstuhl für behindertes Kind gesucht

Im Kinderwagen aus Aleppo

Stand in Asbach Rede und Antwort: Frank Hildebrand.

Bad Hersfeld. Asbach hat über Nacht 14 neue Einwohner bekommen. Etwas überraschend für den Ortsbeirat und die Nachbarn stand in der vergangenen Woche plötzlich eine syrische Flüchtlingsfamilie vor dem alten Fachwerkhaus im Ortskern von Asbach, das der Kreis als Unterkunft angemietet hat.

Um die Einwohner über ihre neuen Mitbürger zu informieren, fand deshalb am Mittwochabend eine nachträgliche Bürgerinformation in Asbach statt, an der rund 50 Interessierte teilnahmen.

Der Leiter des Fachdienstes für Migration, Frank Hildebrand, entschuldigte sich für die etwas überraschende Zuweisung. Allerdings erhalte man auch im Landratsamt nur sehr kurzfristig und nicht wirklich präzise Angaben über die zu erwartenden Ankömmlinge. Gleichwohl habe der Fachdienst bereits im Dezember darüber informiert, dass in den Hersfelder Stadtteilen Quartiere für Flüchtlinge angemietet wurden (HZ berichtete).

Nun sind die Menschen da. Es handelt sich um mehrere Erwachsene mit ihren Kindern. Obwohl das alte Fachwerkhaus eigentlich nicht groß genug für 14 Menschen ist, legt die Familie Wert darauf, zusammenzubleiben. Die Flüchtlinge stammen aus dem hart umkämpften Aleppo in Syrien, das weitgehend in Trümmern liegt. Besonders tragisch ist, dass die Familie ein schwerstbehindertes Kind hat, das im Klinikum behandelt wird. Deshalb sei die räumliche Nähe zu Bad Hersfeld bei der Unterbringung wichtig, erklärte Hildebrand.

Dankbar für Hilfe

Die Familie sei mit ihrem behinderten Kind in einem Kinderwagen auf der so genannten Balkan-Route zu Fuß geflüchtet, erzählten Pfarrer Simon Leinweber und andere Asbacher, die schon Kontakt mit der Familie haben. Die Menschen würden kein Deutsch und nur wenig Englisch sprechen, wären aber sehr freundlich und würden sich über jede Hilfe freuen. Vor allem ein Rollstuhl für das behinderte Kind werde derzeit dringend gesucht, berichtet Anja Seidenfad vom Fachdienst Migration, die die Familie vonseiten des Kreises betreut. Sie regte auch an, „Hilfe in alltäglichen Lebenssituationen“ zu leisten, etwa beim Einkaufen oder durch Rundgänge im Ort, um die neue Heimat kennenzulernen. Pfarrer Leinweber berichtete, dass ganz aktuell vor allem auch große Kochtöpfe gebraucht werden. In nächste Zeit soll ein runder Tisch gegründet werden, der die Hilfsangebote koordiniert.

Viele Asbacher zeigten sich sofort hilfsbereit und fragten gezielt nach, was sie tun könnten. Doch es gab, wenn auch nur ganz vereinzelt, kritische Töne. Kontakt: Anja Seidenfad, Telefon: 06621/87 35 41

Hintergrund Rechts

Von Kai A. Struthoff

Kommentare