Bürgermeister sauer: Fühlen uns für unser Engagement bestraft

Kinderbetreuung: Städte warten auf Fördergeld

Hersfeld-Rotenburg. Eine schlechtere Betreuung für Kinder und höhere Gebühren – das sind die möglichen Folgen eines Streits mit dem Land. Der Unmut in den Kommunen wächst, weil Hessen zugesagtes Fördergeld bisher nicht auszahlt – und es denjenigen verweigert, die sich seit langem engagieren.

Der Hintergrund: Das Land will mehr Erzieher in den Kindergärten sehen – und dafür in einer Übergangszeit auch bezahlen. Konkret geht es um eine Viertelstelle pro Gruppe, was sich pro Gemeinde schnell auf zehntausende Euro summiert. „Doch auf das Geld warten wir seit mittlerweile fast einem Jahr“, ärgert sich Ralf Orth von der Stadt Bebra.

Das Land Hessen verweist darauf, dass die genauen Förderregeln noch geklärt werden müssen. Auch Rechnungshof und die betroffenen Verbände und Kommunen werden noch einmal gehört, sagte eine Sprecherin des Familienministeriums unserer Zeitung. Einen Zeitpunkt für die Auszahlung konnte sie jedoch noch nicht nennen.

Was Kommunen wie Ludwigsau, Kirchheim oder Alheim besonders empört: Sie sollen leer ausgehen, weil sie schon vor langer Zeit Wert auf Betreuung gelegt haben – und aus dem Stadtsäckel Modellprojekte und mehr Erzieher bezahlt haben. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen“, sagt Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch. Und sein Ludwigsauer Amtskollege Thomas Baumann ist „stinksauer“. Mit viel Aufwand habe er seine Kindergärten nach vorne gebracht. Jetzt fühle er sich bestraft, weil sie von dem Landesgeld nichts bekommen werden. Er und andere hätten große Probleme, dieses hohe Niveau in Zukunft halten zu können.

Das Thema hat auch die Landespolitik erreicht. „Hier wird auf Kosten der vorbildlichen Einrichtungen gespart“, kritisiert etwa SPD-Mann Torsten Warnecke. ZUM TAGE

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Von Philipp David Pries

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