Vierte Streikwoche: Demonstration vor Hersfelder Rathaus – Bürgermeister appelliert an Tarifparteien

Kinder wollen wieder in ihre Kita

Demonstrierten für ein baldiges Ende des Kita-Streiks: Kinder und Eltern aus Bad Hersfeld. Foto: Janz

Bad Hersfeld. Kinder und Eltern aus Bad Hersfeld, die unter dem Streik der Erzieherinnen leiden, haben am Montag vor dem Rathaus demonstriert. Sie forderten von Bürgermeister Thomas Fehling, sich für ein baldiges Ende des Ausstands einzusetzen.

Außerdem kritisierten sie eine „desolate Informationspolitik“ der Stadt, sagte Elternsprecher Michael Schäfer. Die Stadt selbst habe nur zu Beginn des Streiks informiert, der nun in die vierte Woche geht. Seitdem müssten die Eltern selbst nachfragen.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Eltern im Rathaus versprach Fehling, in ihrem Sinne an die Tarifparteien zu appellieren, die Verhandlungen schnell abzuschließen. Der Kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaften verhandeln seit gestern wieder. Mehr könne die Stadt nicht tun, ohne in die Tarifautonomie einzugreifen.

„Wir wollen einfach, dass wir erhört werden“, sagte Mutter Sabrina Sygula. Wie sie schilderte auch Jasmina Schrod, eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die gerade eine Ausbildung macht, wie schwer es ist, die Betreuung für den Nachwuchs zu organisieren. Urlaubstage könnten nur sehr begrenzt genommen werden. „Wir gehen alle auf dem Zahnfleisch“, fasste Schäfer die Lage der Eltern zusammen.

Fehling äußerte dafür Verständnis, bat aber auch um Nachsicht, dass die Stadt auf ihre Finanzen achten müsse, zumal Bad Hersfeld vergleichsweise niedrige Kitagebühren verlange. Die Stadtverwaltung bemühe sich sehr, einen Notdienst bereitzustellen.

Derzeit werde geprüft, ob die für die Streiktage gezahlten Gebühren den Eltern erstattet werden können. Die Satzung sieht das nicht vor. Wenn es juristisch möglich ist, wolle er die Initiative ergreifen, sagte Fehling. Die Entscheidung liege aber bei den Stadtverordneten. (mcj)

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