Der Baum des Jahres wächst nun in der Außenanlage des Kindergartens Martinskirche

Kinder pflanzen Elsbeere

Herbstlich gefärbt: Das Blatt der Elsbeere. Foto: Hohmann

Bad Hersfeld. Sechzehn Kinder der Martinskirche-Wald-AG pflanzten den Baum des Jahres: Unter Anleitung des Naturschutz-Försters Jürgen Manns vom Hersfelder Forstamt vergruben sie die Wurzeln der Elsbeere in der Anlage des Kindergartens.

Behutsam gegossen

Noch ist das Bäumchen kleiner als die Waldkinder selbst, aber um so größer ist die Erwartung, dass es bald zu wachsen beginnt. Deshalb wurde die kleine Elsbeere nach der sorgfältigen Pflanzung auch behutsam angegossen. Ausgerüstet mit festen Schuhen und Rucksäcken hatten die Waldkinder mit ihrem Förster am Morgen das Waldgebiet am Lax erkundet. Dort gibt es zwar keine Elsbeere, aber mit Eifer und Freude erkannten sie die Spuren vieler Waldtiere sowie einzelne Baumarten.

Was aber hat Martin Luther mit dem Baum des Jahres zu tun? Im Jahr 1526 bat der Reformator brieflich einen befreundeten Mediziner, ihm doch Früchte der Elsbeere zu senden, deren Wirksamkeit gegen Durchfall ihm bekannt war. Das ist der älteste handschriftliche Beleg für die deutsche Bezeichnung dieser Baumart.

Exklusives Holz

Die Elsbeere wächst auch heute noch in unserem Kreisgebiet vereinzelt auf kalkhaltigen Waldböden. Nur selten werden stärkere Bäume genutzt, ihr bräunliches Holz erzielt durch seine Exklusivität als Möbelholz hohe Preise. Es ist schwerer als Eiche. In früheren Jahrhunderten wurden zum Beispiel Messinstrumente, Zahnräder oder Klaviermechaniken daraus hergestellt.

Im Wald übersieht man die einzeln stehenden Elsbeeren meistens. Nur im Herbst, wenn die Blätter sich rötlichbraun verfärben, dreht sich der Waldbesucher vielleicht zu ihr um und fragt: „Was ist das für ein Baum, den kenne ich doch gar nicht.“

Die Waldkinder der Martinskirche haben nun ihre Elsbeere direkt vor der Tür und können das Wachsen beobachten. Schon bald wird der Baum des Jahres austreiben und seine „Pflanzer“ an Größe übertreffen. (uh)

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