Sophia Bürger und Amelie Trümner gehören zum „Show-Boat“-Ensemble

Kinder auf großer Bühne

Sophia Bürger aus Bebra (links) und Amelie Trümner aus Bad Hersfeld mit ihrem „Spielpapa“ Jan Ammann. Die beiden Mädchen stehen abwechselnd im Musical „Show Boat“ auf der Bühne und spielen die Tochter von Gaylord Ravenal (Ammann). Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Klein, aber oho. Mit ihren neun Jahren sind Sophia Bürger aus Bebra und Amelie Trümner aus Bad Hersfeld die „heimlichen“ Stars im Musical „Show Boat“. Zwischen all den Profis fallen sie auf der großen Bühne in der Stiftsruine trotzdem auf.

Denn die beiden Mädchen sehen als Statistinnen nicht nur niedlich aus, sie singen auch live vor den bis zu 1600 Zuschauern. Und zwar auf dem Arm von Hauptdarsteller Jan Ammann, den sie liebevoll ihren „Spielpapa“ nennen.

„Ich habe jedes Mal ein bisschen Herzklopfen.“

Amelie Trümner

Sophia und Amelie spielen in „Show Boat“ abwechselnd die junge Tochter Kim von Magnolia (Milica Jovanovic) und Ravenal (Jan Ammann). um deren Liebesgeschichte sich das Stück dreht. In einer Szene sind die Mädchen mit ihren Bühneneltern in einem großen Bett zu sehen, in der anderen trifft Kim auf ihren spielsüchtigen Vater, der sie in der Klosterschule besucht.

Als ob alles echt wäre

„Ich habe jedes Mal ein bisschen Herzklopfen“, beschreibt Amelie ihre Auftritte auf der beeindruckenden Bühne. Um dort zu überzeugen, hat sie eine ganz „einfache“ Technik: „Ich versetze mich in die Rolle, als wenn das alles echt ist.“

Sophia verrät: „Ich muss mich freuen, meinen Papa zu sehen und fröhlich sein, obwohl er wieder weggeht. Ich wäre eigentlich eher traurig, dass er geht.“ Um sich vom Publikum nicht ablenken zu lassen, stellt sich die Neunjährige vor, die vielen Stuhlreihen seien leer – ganz so wie bei den Proben.

Trotz Mikrofon müssen die Beiden extra laut singen, damit auch die letzte Reihe sie hören kann. Von Unvorhergesehenem dürfen sie sich nicht ablenken lassen. „Bei der Premiere haben die Zuschauer schon mitten im Lied laut geklatscht“, nennt Amelie ein Beispiel. Ein anderes Mal habe Ammann, dem sie zum Abschied zuwinken soll, einfach woanders hingeguckt.

Mit ihrem „Spielpapa“ sind Sophia und Amelie trotzdem zufrieden: „Er ist lieb und macht oft Witze mit uns.“ Jedes Mädchen spielt in sieben Vorstellungen mit. Während der Proben mussten sie zwei- bis dreimal in der Woche zum Üben kommen.

Schon bei „Anatevka“ dabei

Im vergangenen Jahr haben Sophia und Amelie bereits in „Anatevka“ auf der Bühne gestanden. Als in diesem Jahr der Anruf mit der Frage kam, ob sie wieder dabei sein wollen, mussten sie nicht lange überlegen. Ein Wiedersehen gab es somit mit Milica Jovanovic und Michael Schanze, deren Schwestern beziehungsweise Töchter sie im vergangenen Jahr spielten.

Dass sie in das Ensemble gut integriert sind, wird auch abseits der Bühne schnell klar. Die Profis grüßen ihre kleinen Co-Stars freundlich und machen Scherze mit ihnen.

Vor jeder Aufführung dauert es knapp 20 Minuten, bis Sophia und Amelie umgezogen und frisiert sind, auch ein kurzer Soundcheck ist Pflicht. Hinter den Kulissen überbrücken die Mädchen die Zeit bis zu ihrem Auftritt dann mit Büchern oder Spielen, Amelie setzt sich auch gerne schon in das Bett, mit dem sie später auf die Bühne geschoben wird.

Den Applaus am Ende jeder Aufführung genießen die Mädchen sehr. Nur bei den Abendvorstellungen können sie diesen nicht erleben, denn der Jugendschutz verbietet es den Beiden, nach 23 Uhr noch auf der Bühne zu stehen. Zu dieser Zeit sind Sophia und Amelie dann aber meist sowieso ziemlich müde, auch wenn sie kurz zuvor auf der Bühne noch „hellwach“ waren. Da sind die Neunjährigen eben ganz Profis.

Von Nadine Maaz

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