HZ-Montagsinterview: Ernst Hutter, Chef der Egerländer Musikanten

Die Kinder von der Eger

Freut sich auf seinen Auftritt in Rotenburg: Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten treten am Sonntag, 26. September, ab 17 Uhr in der Göbel Hotels Arena auf. Im Bild Ernst Hutter mit seiner Marchongbone vor dem Rotenburger Rathaus. Foto: Schaake

ROTENBURG. Während der Jubiläumstourneee „Zehn Jahre Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten - Das Original“ tritt das erfolgreichste Blasorchester der Welt am Sonntag, 26. September, ab 17 Uhr in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg auf. Wir sprachen mit dem Orchesterleiter, Posaunisten und Komponisten Ernst Hutter. Er trat die Nachfolge des unvergessenen Ernst Mosch (1925 bis 1999) an.

Was Ernst Mosch nie vergönnt war, ist Ihnen gelungen - ein Auftritt in Eger, der Heimat von Ernst Mosch. Wie ist das Freiluftkonzert am 11. September bei den Egerländer-Fans angekommen?

Ernst Hutter: Für unsere Fans und die Fans der Egerländer überhaupt war es ein sehr wichtiges Ereignis, dass wir erstmalig in der Heimat von Ernst Mosch und den anderen Gründern unseres Orchesters aufgetreten sind. Unter den Zuhörern waren viele Menschen, die bei unseren Klängen Erinnerungen an ihre alte Heimat hatten, aber auch an die Egerländer Zeit mit Ernst Mosch. Beim Erklingen des Egerländer Marsches gab es auch feuchte Augen.

Sie haben in Eger auch den Hit „Wir sind Kinder von der Eger“ gespielt. Wie war die Reaktion?

Hutter: Bereits nach den ersten Klängen, auch mit diesem Hit, haben die Zuhörer mitgeschunkelt, mitgesungen und mitgeklatscht. Schon beim Böhmerwald-Walzer spürte man auf der Bühne die starke Emotionalität, die unser Konzert ausstrahlte.

Bei Ihrem ersten Auftritt in Rotenburg im Oktober 2006 haben Sie Ihren Fans gesagt, Sie möchten gern wiederkommen. Warum hat es vier Jahre gedauert?

Hutter: Wir geben pro Jahr etwa 50 Konzerte im gesamten deutschsprachigen Raum und dem angrenzenden Ausland. Und ich selbst bin glücklich darüber, dass wir endlich in diesem Jahr wieder in Rotenburg aufreten.

Ihre Tournee steht unter dem Motto Lebensfreude. Warum?

Hutter: Die Musik der Egerländer Musikanten und alle Konzerte, an die ich mich seit meinem Engagement mit Ernst Mosch erinnern kann, strahlen Lebensfreude aus. Gerade in den jetzigen Zeiten, in denen man manchmal den Eindruck hat, dass negative Gedanken überhandnehmen, möchten wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass die Egerländer und ihr Publikum Lebenfreude verbindet.

Wie kamen Sie zur Blasmusik?

Hutter: Mein Vater war ein großer Anhänger von Ernst Mosch und der böhmischen Blasmusik. So bin ich mit dieser Musik aufgewachsen und habe diese Musik schon in jungen Jahren geliebt und gespielt.

Warum ist nach dem Tod von Ernst Mosch sein Dirigentenplatz leer geblieben?

Hutter: Ernst Mosch hat mit seinem Tod eine große Lücke hinterlassen. Für uns Musiker war es selbstverständlich, aus Respekt vor seiner Lebensleistung diesen Platz frei zu lassen.

Wie groß ist nach Ihrer Schätzung die Zahl der Egerländer-Fans weltweit?

Hutter: Die Musik der Egerländer Musikanten ist durch die unglaubliche Popularität von Ernst Mosch über vier Jahrzehnte weltweit beliebt. Über 40 Millionen verkaufte Tonträger sprechen für sich. Und auch wir haben 2006 in der Carnegie Hall in New York erlebt, dass unsere Musik auch dort nach wie vor beliebt ist.

Ernst Mosch hat die Egerländer Musikanten zum wahrscheinlich besten Blasorchester der Welt gemacht. Wie gehen Sie mit diesem Erbe um?

Hutter: Die Egerländer sind seit vielen Jahren das erfolgreichste Blasorchester der Welt. Die erfolgreichen Tourneen seit 54 Jahren machen deutlich, dass wir mit Sicherheit auch zu den besten Blasorchestern zählen. Ernst Mosch hat mit seinen Musikern über 43 Jahren einen Erfolg erreicht, der heute für mich Richtschnur und Vorbild ist, aber in den heutigen Zeiten mit komplett anderen Vorzeichen nicht leicht zu erreichen sein wird.

Anhänger anderer Musikrichtungen reden bisweilen etwas abschätzig von volkstümlichen Interpretationen. Was sagen Sie dazu?

Hutter: Mir liegt es fern, über andere Musikrichtungen abschätzig zu reden. Deshalb kann ich solche Äußerungen nicht verstehen. Für mich spricht dies für fehlende Kompetenz und Toleranz.

Sie spielen auch das Stück „Das Feuer brennt weiter“. Was steckt dahinter?

Hutter: Ich bin mit 27 Jahren von meinem Idol Ernst Mosch engagiert worden und darf heute bereits seit zehn Jahren seine Musik weiterentwickeln. Er hat bei mir wie auch bei vielen anderen Musikern und Freunden unserer Musik ein Feuer entfacht, das heute weiterbrennt.

Was wünschen Sie sich für den Auftritt in Rotenburg?

Hutter: Ich freue mich auf das Konzert in Rotenburg, erhoffe mir denselben Erfolg wie vor vier Jahren und bin mir sicher, dass wir dann sehr bald wieder in Rotenburg auftreten werden.

Karten gibt es über die Tickethotline 0180/5040300 sowie im Internet unter www.adicket.de

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Von Manfred Schaake

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