48-Jähriger aus Bad Hersfeld wegen Vollrausches verurteilt

Mit der Kettensäge für Ruhe gesorgt: Haftstrafe

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Bad Hersfeld. Es war einer der spektakulärsten Vorfälle der letzten Jahre: Mit einer laufenden Motorsäge hatte ein 48 Jahre alter Hersfelder im März 2012 in einer Gaststätte für Ruhe sorgen wollen, weil er sich durch die Musik einer Live-Band gestört fühlte. Auch die herbeigerufenen Polizisten bedrohte er anschließend noch mit laufendem Werkzeug.

Weit weniger spektakulär verlief am Donnerstag die Gerichtsverhandlung im Amtsgericht Bad Hersfeld: In Abwesenheit wurde der 48-Jährige von Strafrichter Elmar Schnelle per Strafbefehl zu sechs Monaten Haft verurteilt, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Spürbarer Teil der Strafe ist eine Geldbuße von 500 Euro, die der Hersfelder in Raten begleichen darf.

Bis zu 2,5 Promille

Dem von Oberamtsanwalt Gerhard Wittich beantragten Strafbefehl lagen allerdings keine Vorwürfe wie Bedrohung oder Hausfriedensbruch zugrunde, sondern der des Vollrausches. Dieser Straftatbestand ist immer dann relevant, wenn durch eine massive Alkoholisierung des Angeklagten dessen Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit aufgehoben war.

Bis zu 2,5 Promille hatte der Angeklagte im Blut, als er den in seinem Wohnhaus in der Bismarckstraße ansässigen Irish Pub stürmte und bewaffnet mit laufender Säge den Wirt aufforderte, das Konzert abzubrechen. Das geschah dann auch. Als kurz darauf die Polizei das Werkzeug sicherstellen wollte, ging der Wüterich auch noch auf die Ordnungshüter los.

Dass die Geschichte so oder so ähnlich stattgefunden hatte, war unter den Beteiligten offenbar unstrittig. Zeugen waren zu dem gestrigen Termin gar nicht erst geladen worden, weder der Angeklagte noch sein Verteidiger, der Melsunger Rechtsanwalt Christopher Posch, hätten vor Gericht erscheinen müssen. Der Strafbefehl kommt jetzt per Post.

Von Karl Schönholtz

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