Hersfelder Wanderverein feierte sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt

Kernaufgaben gemeistert

125 Jahre Hersfelder Wanderverein: Vorsitzender Günter Rockensüß (rechts) nahm glücklich die vielen guten Wünsche und Geschenke befreundeter Vereine entgegen. Einige neue Dachnägel könnten damit finanziert werden, meinte er scherzend. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Im gut gefüllten Festzelt auf der Wiese ihres Vereinshauses „Silberdistel“ feierte der Hersfelder Wanderverein seinen 125. Geburtstag. Zahlreiche Vereinsmitglieder sowie Vertreter benachbarter und befreundeter Verein waren gekommen, um diesen „Tag der Freude“, wie der erste Vorsitzender Günter Rockensüß ihn bezeichnete, zu würdigen.

Rockensüß verschwieg in seiner Festrede nicht die Schwierigkeiten, die im Laufe der Jahre zu meistern gewesen waren. Seine Bilanz fiel am Ende jedoch positiv aus: „Unsere Kernaufgaben Wandern, Kultur und Natur haben wir pausenlos perfekt gemeistert.“ Wer kann dies von sich schon über drei Jahrhunderte hinweg behaupten. „Gut Ding will eben Weile haben“, sagte Rockensüß.

Am 14. April 1885 wurde der Rhönclub als Zweigverein in Bad Hersfeld gegründet. Weil das Wandern die beliebteste Sportart der Deutschen ist, konnten sich seitdem die Angebote des Vereins immer eines großen Zuspruchs erfreuen.

Ein glückliches Händchen hatte der Verein mit dem Kauf der ehemaligen Jugendherberge „Silberdistel“ auf dem Wehneberg. Als Eigentümer und Vermieter kamen neue Herausforderungen auf die Mitglieder zu, die sie aber mit großer Unterstützung der Stadt hervorragend meisterten. Deshalb dankte Rockensüß Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, der als Schirmherr der Veranstaltung anwesend war, besonders.

Heimat kennen lernen

Boehmer nannte diesen Geburtstag „ein stolzes Ereignis für die Stadt und die Region“. Er zitierte den Pilger Hape Kerkeling. Die meisten Menschen sähen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es gebe nichts Wichtigeres für die Zukunft als das Wandern, um die Heimat besser kennen zu lernen. „Wir brauchen solche Erholung, wie sie das Wandern bietet“, sagte er mit Überzeugung.

Mit dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher werde der Hersfelder Verein weiter wachsen und gedeihen können, prognostizierte der Schirmherr und überreichte noch eine Geldspende.

Auch die Vertreter der befreundeten Vereine waren mit Geschenken gekommen. „Für einige Dachnägel wird es reichen“, stellte am Ende ein strahlender Rockensüß fest, bevor er mit einem „Frisch auf“ - Ruf das Büfett eröffnete.

Ein Saxophon-Quintett mit professionellen Musikern der Kreismusikschule schürte unter anderem mit dem Gershwin-Schlager „Summertime“ und einigen Swing-Titeln die sommerliche Party-Stimmung im Zelt.

Von Vera Hettenhausen

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