Präventives Gesundheitsprogramm für männliche Azubis

Kerle kochen bei K+S

Statt Schraubendreher und Messwerkzeug: Beim präventiven Gesundheitsprogramm in der Hattorfer Ausbildungswerkstatt nahmen Elektriker-Lehrlinge auch ‘mal Küchengeräte zur Hand und bereiteten leckere Imbisshappen zu. Dabei schauen ihnen Steffen Bauch, Werksbeauftragter für das Gesundheitswesen (3. von links) und Seminarleiter Hans-Hermann Schmid-Georg (2. von rechts) über die Schulter. Foto: roda

Philippsthal. Der Duft von frischem Obst und Gemüse strömt über den Gang des Ausbildungszentrums am Standort Hattorf des Kaliwerkes Werra. Dort, wo sonst Unterweisungen stattfinden, stehen 15 junge Männer an Tischen und schnippeln Paprika, Gurken und Karotten.

Es sind Elektroniker für Betriebstechnik im ersten Lehrjahr. Sie nehmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an dem Programm „Jungengesundheit“ teil. Das Werk Werra der K+S Kali GmbH ist das erste hessische Unternehmen, in dem das Programm zur Anwendung kommt. Neben den Elektronikern sind in einer separaten Gruppe auch noch 17 Chemikanten mit von der Partie.

Gesunde Jungen

Bei „Jungengesundheit“ handelt es sich um ein Präventivprogramm des Hessischen Sozialministeriums und der Knappschaft speziell für männliche Auszubildende. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong, Referatsleiterin Prävention im Hessischen Sozialministerium, erklärt warum: „Mit dem Eintritt in eine neue Lebensphase ergeben sich für die Jugendlichen eine Reihe neuer Herausforderungen. Waren sie bislang unter der Obhut und dem Einfluss der Eltern, tun sich auch für Jungen neue Fragestellungen, unter anderem in Sachen gesundheitlicher Fürsorge, und die Chance, liebgewonnene Gewohnheiten zu überdenken und abzulegen, auf.“ Und Birgit Büttner, Leiterin der Regionaldirektion Frankfurt der Knappschaft, fügt hinzu: „Studien zur Gesundheit belegen, dass es Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt, wenn es um gesunde Lebensführung, den Gesundheitszustand und -risiken geht. Auf dieser Basis wurde das auf Jungen zugeschnittene Programm entwickelt.“

In vier Modulen lernen die jungen Männer zwischen 15 und 18 Jahren gesundheitliche Fürsorge. Das Themenspektrum reicht von Ernährung über Alkoholkonsum, Stress und Sport bis hin zur medizinischen Versorgung. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Fitness-Check, Gehirnjogging, ausreichende Wasseraufnahme, gemeinsames Essen und auch der Austausch. Mark Nitschky leitet das Programm. Der betriebliche Präventions- und Gesundheitsmanager sagt: „Ziel des Programms ist es, die jungen Männer über gesunde Lebensführung zu informieren, dafür zu sensibilisieren und zu mobilisieren.“ „Das Betriebliche Gesundheitsmanagement hat im Werk Werra große Bedeutung; als verantwortungsvoller Arbeitgeber wollen wir, dass die Mitarbeiter gesund sind und gesund bleiben“, sagen die beiden Werksleiter Christoph Wehner und Dr. Rainer Gerling, die sich über die gute Resonanz der Teilnehmer freuen: „Vorsorge ist besser als Nachsorge - es ist nie zu früh, präventiv mit gesunder Lebensführung zu beginnen.“ (rey/ib)

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