Nach vier Tagen verendete kranker Fuchs in Garten – Zuständigkeit warf Fragen auf

Keiner wollte helfen

Schwer zu erkennen: Stundenlang lag ein Fuchs-Kadaver in einem Garten in Kathus. Anwohner Bernhard Winkler kümmerte sich darum, dass das Tier fachgerecht entsorgt wird. Foto: Beck

Kathus. Gisela und Bernhard Winkler aus Kathus staunten vor einigen Tagen nicht schlecht, als sie beim Blick auf ihre Terrasse einen kranken Fuchs entdeckten. „Er hatte eine sichtbar offene Wunde mit vielen Fliegen darin und ließ sich kaum verscheuchen“, sagt Bernhard Winkler. Das kranke Tier versteckte sich mehrere Tage lang in Garagen und Gärten der Straße An den Pfarrwiesen und beunruhigte die Anwohner, „denn wir hatten am Wochenende unsere Enkelkinder zu Besuch“, erzählt Gisela Winkler. Am Montag lag das Tier dann tot in einem Garten.

Der Fuchs, der von Räude befallen war (siehe Hintergrund), starb an den Folgen seiner Krankheit. „Aber schon als er noch lebte, haben wir versucht, Behörden zu informieren. Aber niemand sagte uns, wer zuständig dafür ist,“ sagt Bernhard Winkler. „Die Polizei und das Veterinäramt meinten, dass sie damit nichts zu tun hätten. Und den Jagdpächter haben wir nicht erreicht.“

Die Vorgehensweise der Winklers war laut Werner Rehwald vom Jagdbezirk Kathus korrekt. „In der Regel sollte der zuständige Jagdausübungsberechtigte als Erstes informiert werden“, sagt er. Dann könne das weitere Vorgehen besprochen werden. Wer das ist, darüber könne die Polizei Auskunft geben, „das ist wie bei Wildunfällen, da werden die zuständigen Jagdpächter schließlich auch genannt.“ Jedoch dürfe ein Tier in Ortschaften grundsätzlich nicht geschossen werden.

Klare Regelungen gibt es, wenn ein Kadaver im Garten gefunden wird, weiß Rehwald: „Zur Entsorgung sollte die Tierkörper-Beseitigungsanstalt informiert werden.“ Es koste zwar eine Gebühr, jedoch sei dies stets die beste Lösung.

Der Grundstückseigentümer sei jedenfalls dafür verantwortlich, den Kadaver zu entsorgen. Kleintiere könnten aber auch auf dem eigenen Grundstück in einer mindestens 50 Zentimeter tiefen Loch begraben werden. Befindet sich das tote Tier im öffentlichen Verkehrsraum, ist das ein Fall für die örtliche Ordnungsbehörde. Die Entsorgung kann auch an einen Tierarzt übergeben werden. In Kathus kümmerte sich aber Werner Rehwald in Vertretung des verreisten Jagdpächters Christian Kraus selbst um den Kadaver. „Es war eine freiwillige Leistung von mir, aber ich habe das Tier umweltgerecht entsorgt“, sagt er. Auf keinen Fall aber gehörten tote Tiere in die Biotonne oder auf den Kompost.

Grundstückseigentümer wie die Winklers wissen nun, wer ihnen helfen kann, wenn mal wieder ein krankes Tier oder ein Kadaver in ihrem Garten entdeckt wird. HINTERGRUND

Von Nico Beck

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