Keiner will’s gewesen sein

Bad Hersfelder Stadtverordnete beschließen höhere Abwassergebühren ab 2015

Bad Hersfeld. In Bad Hersfeld wird die Abwasserbeseitigung um rund 18 Prozent teurer. Zum 1. Januar steigt der Preis für den Kubikmeter Schmutzwasser auf 2,74 Euro, und pro Quadratmeter versiegelter Fläche sind künftig 95 Cent für die Ableitung des Oberflächenwassers zu bezahlen.

Das hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen – zum Unmut manchen Parlamentariers allerdings nicht einmütig. Denn das unpopuläre Thema hätte eigentlich durch einen Kompromiss für alle akzeptabel – und damit untauglich für Wahlkampfslogans – werden sollen. Entgegen der ursprünglichen Beschlussvorlage, die sich auf die Gebührenkalkulation eines Fachbüros stützte, hatte der NBL-Stadtverordnete Uwe Kohlstädt nämlich einen Alternativvorschlag erarbeitet, der sowohl die Bürger wie auch den städtischen Haushalt zumindest etwas entlastete.

Kohlstädts überzeugende Fleißarbeit wurde in der Debatte denn auch von Rednern aller Seiten ausdrücklich gelobt. Denn durch die Annahme eines geringeren Satzes bei den kalkulatorischen Zinsen hatte der Finanzexperte nicht nur eine Gebührenerhöhung von annähernd 30 Prozent vermieden, sondern auch eine bisher nicht berücksichtigte Belastung für den städtischen Etat. Die Kommune muss nämlich ebenfalls für die Ableitung von Niederschlagswasser von versiegelten Flächen bezahlen.

Während Kohlstädts Kompromiss die grundsätzliche Problematik des mit rund 40 Millionen Euro verschuldeten Abwasserbetriebs nur nach hinten verschiebt, leuchtete manchem Stadtverordneten die Erfordernis einer Gebührenerhöhung nicht ein, weil die Rücklage mit neun Millionen noch gut gefüllt ist.

So stimmten am Ende fünf Parlamentarier der SPD gegen die neue Entwässerunsgsatzung, zwölf Stadtverordnete enthielten sich. Die große Mehrheit hob die Hände jedoch für die Vorlage.

Von Karl Schönholtz

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