Christoph 7 aktivster Rettungshubschrauber in Hessen – Umbau der Station unklar

Keiner fliegt häufiger

Fleißige Retter: Dr. Thomas Köhler, von rechts, ärztlicher Leiter von Christoph 7, steht mit Rettungsassistent Andreas Braunig und Pilot Peter Adam auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses. Archivfoto: Fischer

Hersfeld-Rotenburg. Kein anderer Rettungshubschrauber in Hessen ist im vergangenen Jahr mehr Einsätze geflogen als Christoph 7. Zu 1326 Notfällen ist die Besatzung im Jahr 2009 von der Station auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses abgehoben. Ein Jahr zuvor waren es 1339.

Die Einsatzzahlen liegen über denen der anderen Hubschrauber: Fulda kam auf 1290 Einsätze und Frankfurt auf 1140. Mit der stabilen Entwicklung zeigt sich der ärztliche Leiter Dr. Thomas Köhler zufrieden. Grund dafür sei unter anderem die gute Zusammenarbeit mit Rettungsleitstellen in umliegenden Landkreisen. Herausragende Beispiele seien die Kreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg.

„Eigentlich haben wir keinen Grund zu klagen“, sagt Köhler. Aber in einigen Teilen des Einsatzgebietes könne sich Christoph 7 besser einbringen. Im Blick hat er die Kreise Höxter, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg. Denn der Hubschrauber ist eines der schnellsten Rettungsmittel. Die Hälfte der Einsatzorte erreichte Christoph 7 im Jahr 2009 in höchstens sieben Minuten.

Immer häufiger übernehme die Besatzung Aufgaben von Hausärzten. Die Zahl von Alten- und Pflegeheimen, gerade auch in kleinen Orten auf dem Land, wachse stetig. Gleichzeitig gebe es dort aber immer weniger Hausärzte, sagt Köhler. Damit werde oft eine Kette in Gang gesetzt, die „viele Patienten womöglich gar nicht mehr wollen“. So seien die Retter immer häufiger mit dem Thema Patientenverfügung konfrontiert. „Aber vor Ort können wir oft gar nicht alle Informationen einholen, die nötig wären“, sagt Köhler.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr bleibt der Besatzung von Christoph 7 ein Einsatz besonders im Gedächtnis. Am 4. April flogen die Retter nach Berndorf in den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Dort hatte ein Vater seinen drei Kindern mit einem Hammer schwere Kopfverletzungen zugefügt. Bilder, die auch hartgesottene Retter nicht so schnell vergessen. Zur Versorgung kamen weitere Rettungshubschrauber aus Göttingen und Siegen. Ein Hubschrauber der Bundespolizei brachte einen zusätzlichen Kinderarzt nach Berndorf. Wie das Jahr 2010 für Köhler und sein Kollegen laufen wird, ist noch unklar. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die Station auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses umgebaut werden soll. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen hatte das erste Quartal als Termin genannt.

Wann es genau losgeht und wie lange der Umbau dauert, weiß Köhler noch nicht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Jahres eine zukunftsfähige Station haben.“ Während der Bauarbeiten soll der Hubschrauber voll bei der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuldatal stationiert werden. KURZ GEFRAGT

Von Claas Michaelis

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