Ludwigsau sagt Nein zu Info-Nachmittag – Üppige Agenda im Gemeindeparlament

Keine Werbung für Windräder

Ludwigsau. Eine üppige Tagesordnung hatten die Gemeindevertreter von Ludwigsau am Montagabend bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause abzuarbeiten. Während in vielen Punkten große Einmütigkeit bestand, zeigten sich doch auch erste grundsätzliche Differenzen zwischen der SPD-Mehrheit und der neuen Gruppierung, den Bürgern von Ludwigsau (BFL).

Einig war man sich bei der Verabschiedung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEG), das zuvor in monatelangen Workshops mit Bürgerbeteiligung erarbeitet worden war. Bis 2022 stehen rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, um Ludwigsau mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen als „familienfreundliche, aktive und erholsame“ Kommune zu positionieren.

Mit der „Umsetzung dieser Mammutaufgabe“, wie es der Vorsitzende der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf, formulierte, wurde einstimmig eine Steuerungsgruppe beauftragt, die sich neben Schütrumpf aus Bürgermeister Baumann, Vertretern von SPD und BFL und Mitarbeitern des Landratsamtes zusammensetzt. Ebenfalls einmütig lehnte die Gemeindevertretung die Nutzung des Kommunalen Mombachwegs für einen Wind-Info-Nachmittag am Klosterstein ab. „Das wäre wie eine Werbe-Verkaufsveranstaltung und könnte weitere Wind-Investoren anlocken“, meinte Stephan Braun von den BFL und freute sich, dass die SPD dieser Ansicht folgte.

Kontrovers wurde dann über eine Buswendeschleife für Oberthalhausen gestritten, deren Planung die BFL gern in Auftrag gegeben hätte, ohne dabei zu sagen, wie das finanziert werden soll. Bislang ist der Ortsteil vom Busverkehr des Kreises abgekoppelt, was vor allem Schulkindern und älteren Mitmenschen Schwierigkeiten bereitet, wie Sebastian Kämpfer (BFL) auch anhand von eigenen Umfragen vor Ort erläuterte.

Sein Hinweis, dass der Gleichbehandlungsparagraph im Grundgesetz quasi ein Recht auf Wendeschleifen für alle einräumen würde, war SPD und Bürgermeister Baumann dann doch zu „dicke“, zumal das Projekt viel Geld kosten würde. Schließlich einigte man sich mit etwas Formulierungshilfe seitens der SPD darauf, zu prüfen, wie die Situation in Oberthalhausen dauerhaft verbessert werden kann. (kai) Kurz notiert

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