DRK-Chef Müller spricht Ehrenamtliche von Verantwortung frei

Keine Warnsignale

Gunter Müller

Bad Hersfeld. Auf die Frage nach der Verantwortlichkeit für die Finanz-Misere beim DRK-Kreisverband Hersfeld hat Vorsitzender Gunter Müller nur eine Antwort: „Die sehe ich beim bisherigen Geschäftführer, der auch Geschäftsführer der GmbHs war.“

Mit Karl-Georg Dittmar liegt der Kreisverband nach wie vor im juristischen Clinch, denn in der ersten Runde vor dem Arbeitsgericht holten sich Müller & Co eine blutige Nase. Doch das Verfahren läuft weiter und ist zwischenzeitlich noch umfänglicher geworden.

Andere Dimensionen

Längst geht es nicht mehr nur darum, ob Heißluftöfen im Wert von 60 000 Euro für das mittlerweile abgeschaffte Schulessen gekauft werden durften oder nicht, sondern um ganz andere Dimensionen im Zusammenhang mit dem Friedewalder Seniorenheim und dem Rettungsdienst. Hier spielen voreilig unterschriebene Verträge, Finanzierungen quer durch die Gesellschaften und nicht einzuhaltende Versprechungen eine Rolle.

Müller geht allerdings davon aus, dass die Gesellschaften wieder auf sichere Beine gestellt und auch die Gläubiger mit einem Großteil ihrer Forderungen befriedigt werden können.

Dittmars Position ist seit dessen Rauswurf vor fast einem Jahr noch immer unbesetzt. Man habe jedoch einen neuen Mitarbeiter für die Buchhaltung gefunden, der Stück für Stück auch an höhere Aufgaben herangeführt werde, erklärte Gunter Müller.

Der Umgang mit Dittmar (58), der seit 1991 die Geschäfte des DRK führte, wurde intern allerdings auch kritisiert. Die Menschlichkeit, die sich das DRK bei seiner Arbeit auf die Fahnen schreibe, müsse auch für den Umgang der Mitarbeiter untereinander gelten, heißt es sinngemäß in einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt.

Ausdrücklich frei von der Verantwortung spricht der Kreisvorsitzende dagegen den damaligen Vorstand. Die jeweiligen Jahresabschlüsse der Geschäftsführung seien von einem Wirtschaftsprüfer testiert worden, macht Müller deutlich, woraufhin dem Vorstand folgerichtig Entlastung erteilt wurde. Warnsignale habe es nicht gegeben. Müller: „Ehrenamtliche können nicht mehr machen.“

Lob für die Mitarbeiter

Müllers Lob gilt auch den zunächst verunsicherten Mitarbeitern, die dem DRK samt und sonders die Treue gehalten und ihre Jobs „souverän erledigt“ hätten. Das sei angesichts großer Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, beispielsweise für Pflegekräfte, keine Selbstverständlichkeit, stellt Müller fest.

Von Karl Schönholtz

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