Verfahren nach Unfall in der Berufung eingestellt

Keine Strafe für Rallyefahrer Christian Geistdörfer

Christian Geistdörfer, ehemaliger Rallye-Profi, hatte in der Berufung Erfolg. Foto: dpa

Fulda. Der frühere Rallyefahrer Christian Geistdörfer – an der Seite von Walter Röhrl zweimal Weltmeister – muss den Vorwurf der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der Unfallflucht nicht länger auf sich sitzen lassen.  

Nach der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 14 000 Euro durch das Amtsgericht Bad Hersfeld im August dieses Jahres erreichte der 62-Jährige jetzt in der Berufung vor dem Landgericht in Fulda die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von lediglich 1200 Euro. Ausschlaggebend war dafür die Anwesenheit des Angeklagten im Gerichtssaal, wo er seine Sicht des Unfalls vom 18. Dezember 2014 auf der Autobahn bei Obersuhl schilderte. In Bad Hersfeld war Geistdörfer nicht erschienen und hatte sich lediglich anwaltlich vertreten lassen.

Passiert war der Unfall zwischen Hönebach und Obersuhl. Geistdörfer hatte mit seinem VW Phaeton im dichten Verkehr rechts überholt. Beim Wiedereinscheren hatte er den links neben ihm fahrenden Pkw eines 53-Jährigen aus Grimma/Sachsen abgedrängt und touchiert. Dabei war Sachschaden in Höhe von knapp 2000 Euro entstanden.

An der Ausfahrt Herleshausen hatten beide Unfallbeteiligte dann gehalten. Geistdörfer hinterließ zwar seine Handynummer und ein Versicherungsformular, nannte jedoch nicht seinen Namen und setzte dann seine Fahrt vor Eintreffen der Polizei fort. Einige Wochen später entschuldigte sich der ehemalige Rallyepilot schriftlich mit einem „Moment der Unbesonnenheit“ für sein Verhalten.

Geringe Schuld

In der ersten Instanz hatte Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald Geistdörfers Fahrverhalten als „rücksichtslos“ bezeichnet. Seinem Kollegen Werner Stock stellte sich der Sachverhalt in der Neuauflage des Verfahrens vor der Berufungskammer des Landgerichts dann mit den Schilderungen des Angeklagten deutlich weniger dramatisch dar, weshalb er eine Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld beantragte. Die Buße geht an die Flüchtlingshilfe der Caritas.

Von Karl Schönholtz

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