Hochwasserschutz für Kathus scheitert an Grundstückseigentümern

Keine schnelle Lösung

Warten auf den Hochwasserschutz: Der Kathuser Sportplatz mit der Kreisstraße im Hintergrund. Foto: Schönholtz

Kathus. Auch mehr als ein Jahr nach der Überflutung der Solztalaue zwischen den Bad Hersfelder Stadtteilen Kathus und Sorga ist eine schnelle Lösung für beabsichtigte Hochwasserschutzmaßnahmen nicht in Sicht. „Zum Leidwesen der Kathuser“, sagt Ortsvorsteher Michael Barth.

Denn es geht hier nicht nur um die Überschwemmung des Sportplatzes, sondern vor allem um die Kreisstraße 2, der einzigen offiziellen Zufahrt zur Ortstlage. Ist sie wegen Hochwassers unpassierbar, kommen auch Feuerwehr und Rettungsdienst nicht mehr durch. „Das ganz wesentlich“, beschreibt Barth die Problematik.

Im Technischen Rathaus der Stadt Bad Hersfeld wurde deshalb gemeinsam mit dem Kasseler Planungsbüro WAGU, das schon die Renaturierungen in der Fuldaaue begleitet hat, ein Lösungvorschlag erarbeitet. Der umfasst drei Punkte, darunter eine Aufwallung zum Schutz des Fußballfeldes und der Straße. Außerdem sollen bei dieser vergleichsweise aufwendigen Maßnahme ein Abzugsgraben verlegt, der geschotterte Fahrweg angehoben und der Durchlass des Wenzelbaches verlängert werden. Das Vorhaben wäre förderfähig, sodass das Land bis zu 75 Prozent der Kosten beisteuert.

Doch damit wird es vorläufig nichts: Die Eigentümer der dafür benötigten Grünflächen sind bislang weder zu Verkauf oder Tausch bereit. „Argumentiert wird mit Wertminderung und eingeschränkter Nutzung“, weiß Michael Barth. Ob es noch andere Gründe für die Absagen gibt, kann Barth nicht sagen: „Das wäre Spekulation.“

Um die Problematik öffentlich zu machen und die Planungen auf den Tisch zu legen, soll Anfang Oktober eine Bürgerinformationsveranstaltung mit den Fachleuten aus dem Technischen Rathaus stattfinden. Diese lobt der Ortsvorsteher ausdrücklich: „Die Stadt ist um eine Lösung sehr bemüht.“

Eine solche könnte am Ende auch durch ein – allerdings langwieriges – Planfeststellungsverfahren erreicht werden. Das ermöglicht im Grundsatz auch eine Enteignung der benötigten Flächen gegen eine angemessene Entschädigung.

Von Karl Schönholtz

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