Vor der Windkraft-Entscheidung des RP steigt die Spannung – BI legt neues Gutachten vor

Keine Ruhe im Stadtwald

Wald am Scheideweg: An dieser Kreuzung auf dem Wehneberg stehen schwere Waldmaschinen. Die Waldarbeiten sollen laut Stadtverwaltung nichts mit den Windkraftplänen zu tun haben. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Aufgewühlte Waldwege, frisch geschlagenes Holz, schwere Harvester-Maschinen – im Stadtwald am Wehneberg können Spaziergänger derzeit schon einen Vorgeschmack auf das erhalten, was schon bald im Wald passieren könnte. Denn in dieser Woche entscheidet das Regierungspräsidium in Kassel über die Genehmigung zum Bau von sechs bis acht Windkraftanlagen im Stadtwald.

Die derzeitigen Arbeiten im Wald haben allerdings noch nichts mit möglichen Rodungen für Windkraftanlagen zu tun, versichert Johannes van Horrick vom Technischen Rathaus. Es handele sich um ganz normale Waldarbeiten, die vom Stadtförster in Auftrag gegeben wurden. Auch eine Markierung der eventuell zu rodenden Fläche habe – anders als die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald behauptet – laut van Horrick noch nicht stattgefunden.

Die BI lässt unterdessen nicht locker und hat eine Aktualisierung zum Gutachten des Diplom-Biologen Ubbo Mammen vom Büro Ökotop für angewandte Landschaftsökologie vorgelegt. „ABO-Wind hat nach dem ersten Mammen-Gutachten durch den eigenen Gutachter bioplan behaupten lassen, die Einwände vom Gutachter Mammen wären nicht zutreffend – nun zeigen wir im Detail auf, dass die Einwände nicht nur berechtigt sind, sondern bitter notwendig, um einen Kahlschlag zu verhindern, ohne die Flächen vorher genau auf Brutplätze und Höhlenbäume zu untersuchen“, erklärt BI-Sprecher Markus Gressmann. „Wir vertrauen darauf, dass die Obere Naturschutzbehörde beim RP dieses Expertenstatement noch in die Entscheidung über den Bauantrag einbezieht“, sagt Gressmann. Die notwendigen Betriebseinschränkungen und der Verzicht auf die besonders kritischen Anlagen aus Naturschutz-Sicht, sowie die inzwischen immer deutlicher werdende Windschwäche, ließen nach Meinung der BI auch mit Blick auf die Neuregelungen beim Erneuerbare Energie Gesetz nur einen Schluss zu: „Es darf nicht zu einer Realisierung kommen.“

Von Kai A. Struthoff

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