Betriebsratsvorsitzender sieht Unternehmen gut aufgestellt

Keine Panik bei K+S nach Sturz der Aktie

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Philippsthal. Die K+S-Aktie ist Ende Juli innerhalb von zwei Tagen von knapp 27 Euro auf fast 15 Euro in den Keller gerauscht. Mittlerweile pendelt sich das Papier bei etwas über 18 Euro ein. Ursache für den Kursverfall waren Äußerungen des russischen Uralkali-Chefs Wladislaw Baumgertner, der stark fallende Preise für Kali prognostiziert hatte.

„Das war schon recht beunruhigend“, erklärt K+S-Betriebsratsvorsitzender Harald Döll. Auch die Mitarbeiter des Werkes Werra hätten sich von diesem Kurssturz beeindruckt gezeigt. Um gut zwei Milliarden Euro war der Börsenwert des Unternehmens gefallen. „Wir sind aber nicht die einzig Betroffenen. Insgesamt sind bei allen Kaliproduzenten weltweit mehr als 16 Milliarden Euro verbrannt worden“, merkt Döll an.

Da Baumgertner seinen Ankündigungen noch keine Taten folgen ließ – und sich am weltweiten Kali-Preis-Markt noch nichts getan hat – hofft Döll darauf, dass es beim Zünden der Nebelkerze bleiben und sich alles langsam erholen werde. Sollten die Preise für Kali dennoch fallen, sieht der Betriebsratsvorsitzende das Unternehmen gut aufgestellt, um aus der prekären Lage recht schnell wieder herauszukommen. „Wir haben schon andere Krisen gemeistert. So im Jahre 2004, als die Erlöse den Kosten gefährlich nahe gekommen waren. Damals haben wir die Arbeitszeit von 38 auf 40 Stunden heraufgesetzt und über einen Sozialplan 350 bis 400 Mitarbeiter über die Altersteilzeit in den Ruhestand versetzt“.

In der aktuellen Phase denkt Döll aber keineswegs daran, dass das Unternehmen Personal reduzieren müsste. „Wir haben neben der Kali-Sparte in der K+S-Gruppe noch unser Standbein Salz. Und über den hohen Kieserit-Anteil haben wir in Sachen hochwertige Dünger ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem wird die Nachfrage nach Kali weiter nach oben gehen. Landwirte wollen auf immer kleineren Flächen größere Erträge erzielen“, ist sich der Betriebsratsvorsitzende sicher.

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Von Mario Reymond

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