Taxi- und Mietwagenbetriebe aus dem Kreis befördern Patienten nicht mehr

Keine Krankenfahrten für AOK

Hersfeld-Rotenburg. Der Konflikt zwischen der AOK Hessen und den Taxi- und Mietwagen-Unternehmen in der Region geht weiter. Nach wie vor ist es noch nicht zu einer Einigung um die Vergütung der Beförderungs-Unternehmen für sitzende Krankenfahrten gekommen. In einem Schreiben an die Arztpraxen, Krankenhäuser und andere Einrichtungen, das unserer Zeitung vorliegt, teilen die Betriebe jetzt mit, dass sie ab sofort keine AOK-Patienten mehr befördern.

Die AOK Hessen habe den Taxi- und Mietwagenbetrieben im Kreis Hersfeld-Rotenburg für ihre anspruchsvolle Dienstleitung eine „ruinöse, unanständige Vergütung angeboten“, heißt es in dem von Jens Marggraf versandten Schreiben. Marggraf ist Taxiunternehmer in Melsungen und Rotenburg und Sprecher der IG - ROF/HEF, in der sich die Taxi- und Mietwagen-Unternehmer zusammengeschlossen haben. Den Betrieben sei es wirtschaftlich nicht möglich, zu der angebotenene Vergütung von 1,12 Euro pro Kilometer die Patienten zu befördern, erklärt Marggraf. Zum Vergleich nannte er die Vergütung der AOK in anderen Bundesländern: In Nordrhein-Westfalen würden 2 Euro bezahlt, in Niedersachsen 1,73 Euro und in Thüringen im Durchschnitt 1,80 Euro.

Die AOK Hessen habe mit den Taxi- und Mietwagenbetrieben nicht verhandelt, sondern nur ein Preisdiktat geführt, erklärt Marggraf. Die Kasse habe signalisiert, dass es keine Alternative zu diesem Angebot geben werde. Verhandlungen seien daher derzeit aussichtslos.

Bei einem Kilometerpreis von 1,12 Euro seien die Taxi- und Mietwagenbetriebe aber nicht in der Lage, den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro zu erfüllen. Sie hätten also keine andere Möglichkeit, als diese Fahrten einzustellen, erklärt Marggraf.

Die Taxi- und Mietwagenunternehmer bedauern, ihre geschätzten Kunden nicht mehr befördern zu können und hoffen auf Unterstützung und Verständnis. (zac)

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