Beruf und Familie führten Annette Hannappel zurück in die Heimat

Keine Insel im Nirgendwo

Zurück in der Festspielstadt: Anette Hannappel vor ihrem Lieblingsexponat im Mitmach-Museum „wortreich“ – der nachgebauten Festspielbühne. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. „Nie wieder Hersfeld – das war eigentlich mein Plan. Aber das Leben verläuft nicht nach Plan“, erzählt Anette Hannappel und lacht. Köln, Madagaskar, ein Kreuzfahrtschiff in der Karibik und der Job bei einer internationalen Hotelkette in Frankfurt waren Stationen ihres Lebens. Jetzt ist sie im Bad Hersfelder Mitmachmuseum „wortreich“ für Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb und Veranstaltungen zuständig.

Die 32-Jährige ist zurückgekehrt. Wohnt mit ihrem Mann in Rotensee, dem Ort, in dem sie aufgewachsen ist, und arbeitet in der Stadt, in der sie 1999 ihr Abitur gemacht hat. Eigentlich wollte Hannappel Journalistin werden. Nach mehreren Praktika habe sie dann aber festgestellt, „dass das doch nicht meine Welt ist“, erzählt sie.

Studium in Köln

Sie bildete sich zur Fremdsprachensekretärin weiter, studierte in Köln International Business and Tourism, eine Kombination aus Tourismus und Betriebswirtschaftslehre. Sehr geprägt habe sie ein Praktikum auf Madagaskar. Der Tourismus dort war auch Thema ihrer Diplomarbeit. In die Ferne führte Hannappel auch ein Job als Gästebetreuerin und Dolmetscherin auf einem Kreuzfahrtschiff der Norwegian Cruise Lines. Dass sie nach einer Zwischenstation in der Großkundenbetreuung eines Frankfurter Hotels zurück nach Bad Hersfeld gekommen ist, erklärt sie so: „Ich bin aus Liebe zurückgekommen – auch zur Heimat.“ Eigentlich habe ihr Mann, der in Waldhessen lebte, nachkommen wollen. Mit dem Bau des Mitmachmuseums „wortreich“ habe sich dann für sie jedoch eine neue Job-Perspektive geboten. „Natürlich vermisse ich einiges aus der Großstadt“, erzählt die 32-Jährige. Besonders störe sie, bei allen weiteren Wegen auf das Auto angewiesen zu sein.

Dennoch: „Für eine Stadt dieser Größe bietet Bad Hersfeld eine Menge.“ Sie genieße die Festspielsommer, die Natur vor der Nase und die familiäre Atmosphäre. „Ja, manchmal habe ich Fernweh“, gibt Annette Hannappel zu. „Man darf Bad Hersfeld nicht als eine Insel im Nirgendwo sehen, sondern als eine Stadt, von der aus man vergleichsweise schnell in Großstädte wie Frankfurt oder Köln gelangt“, sagt sie. „Manchmal zieht es mich dann doch in die Stadt.“

In der Region sei sie aber nun glücklich, habe berufliche und private Perspektiven. „Ich werde immer wieder hierher zurückkommen“, betont die 32-Jährige.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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