Vanessa Schäfer aus Haunetal absolviert ein duales Studium in Bad Hersfeld und Kirchheim

Keine Ferien ohne Arbeit

In der Praxisphase ihres dualen Studiums arbeitet Vanessa Schäfer beim Kirchheimer Unternehmen Bickhardt Bau. Derzeit sucht sie für den Betrieb eine Software, die die Verwaltung der schweren Baufahrzeuge und des Personals optimieren kann. Foto:  Deppe

Kirchheim/Bad Hersfeld. Auf der anderen Seite der Erde war Vanessa Schäfer schon. Nach dem Abitur war die 21-Jährige als Demi-Pair – also als Au-Pair mit halber Stelle – im australischen Perth. Auf Mallorca hat sie drei Monate als Animateurin gearbeitet. Doch für ihr Studium ist die Haunetalerin in ihre Heimat zurückgekehrt.

Praxis bei Bickhardt

Seit Herbst 2012 studiert Schäfer Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Mittelstandsmanagement an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) am Standort Bad Hersfeld. Ihr Studiengang ist ein so genanntes duales Studium, das neben den theoretischen Teilen in der Universität auch Praxisphasen enthält. Diese absolviert Schäfer, die ihr Abitur an der Modellschule Obersberg gemacht hat, im Kirchheimer Unternehmen Bickhardt Bau.

Vier dieser Praxisphasen sieht der Studienplan vor. Jeweils für sechs bis zwölf Wochen nach den ersten drei Semestern sowie das komplette fünfte Semester wird Schäfer bei Bickhardt Bau in die Betriebsabläufe eingeführt. Während dieser Phasen betreut sie eigenständig verschiedene Projekte. Derzeit prüft Schäfer verschiedene Computerprogramme, mit deren Hilfe Personal und Maschinen verwaltet werden können. Dafür war Schäfer im Auftrag des Unternehmens Anfang des Monats auch auf der Computermesse Cebit unterwegs. Thorsten Sindel, Unternehmenssprecher von Bickhardt Bau, erklärt die Vorzüge des dualen Studiums für den Betrieb: “Junge Leute lernen früh die Strukturen und Arbeitsabläufe des Betriebes kennen und sind dadurch natürlich interessant für eine Übernahme nach dem Studium.“

Obwohl die Semesterferien im dualen Studium mit den Praxisphasen belegt sind, klagt Schäfer nicht über zu wenig Freizeit. Diese verbringt sie gerne in der Region, geht mit Freundinnen schwimmen oder zum Zumba. Nur zum Feiern müsse man schon mindestens bis Fulda fahren, sagt sie.

Auslandsaufenthalte

Obwohl sie wegen ihrer Familie und den Freunden ihre Basis weiter in der Region sieht, hofft Schäfer auf weitere Auslandsaufenthalte während des Studiums oder danach. Spanien oder das englischsprachige Ausland stehen ganz oben auf ihrem Wunschzettel.

Prima Klima

Die Wahl ihres Studienfaches hat Schäfer bisher keinen Moment lang bereut. „Das Klassenklima ist einfach super“, sagt sie. Während andere Studenten über überfüllte Hörsäle klagen, lernt sie unter anderem in Seminaren mit nur fünf Kommilitonen, mit denen sie auch außerhalb der Uni viel unternimmt. Der Spaß am Lernen ist für sie nicht selbstverständlich. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat sie zu ihrer Mutter einen Satz gesagt, den diese einfach nicht glauben konnte. Er lautete: „Schade, dass jetzt Ferien sind.“

Von Lasse Deppe

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